Es herrscht Krieg! Und zwar nicht seit gestern. 1944 ist Italien noch fest in der Hand der Nazischergen und das Land wird von den Besatzern nach Strich und Faden ausgebeutet. “Zwei in einem Stiefel” spielt zu dieser finsteren Zeit, aber dabei ist der Film kein Drama, sondern eine, selbst heute noch, frische Komödie.

Der Professor und sein Chauffeur

Die Geschichte dreht sich um Professor Bonafé (Georges Wilson), der von seinem Wärter Primo (Ugo Tognazzi) nach Rom gebracht werden soll, um dort angeklagt zu werden. Primo ist dabei ein Ultra-Faschist, den sogar andere Faschisten als etwas zu konservativ ansehen. Er möchte sich mit der Verhaftung Bonafés Ruhm und Ehre sichern, der ihm im bisherigen Verlauf seiner Karriere leider verwehrt blieb. Doch der Professor ist nicht auf den Kopf gefallen und schafft es, Primo mehrmals zu entkommen. Auf einem ihrer Wege nach Rom wird beiden ihre Abhängigkeit voneinander klar: Der Professor kann nur mit Primo durch faschistische Kontrollen gelangen und Primo ist ohne den Professor nur ein unbedeutender Irrer.

Schwarz-Weiß und nicht immer in der richtigen Sprache.

Das Erste, was man beim Einlegen der DVD sieht, ist eine Entschuldigung: Die Filmfirma entschuldigt sich für die schlechte Qualität des Filmes sowie der Tonaufnamen, das Original wäre nicht mehr vorhanden und deshalb hat man versucht, den Film so gut wie möglich nachzuschneiden. Nett von der Filmfirma uns darauf hinzuweisen, dass ihr Produkt Fehler hat. Heraus gekommen dabei ist eine gar nicht mal so schlechte Tonfassung. Hin und wieder springt der Ton einige Sekunden oder wird ohne Untertitel einfach im Italienischen weitergeführt, manchmal sind auch Untertitel dort wo keine gebraucht werden.

Alles in allem stiehlt das Schwarz-Weiß und die seltsame Tonfassung dem Film aber nicht allzuviel Charme. Der Witz ist oft visuell verpackt und braucht deswegen keine knackigen Farben oder Untertitel. Der Witz ist dabei auch so zeitlos angesiedelt, dass es trotz 50 Jahre Zeitunterschied Spaß macht den Film zu schauen, die Couchpotato muss sich nur auf die Geschichte einlassen.

Tot und Verderben!

Dass “Zwei in einem Stiefel” zu dem dunkelsten Kapitel des Nationalsozialismus spielt, merkt man kaum, es soll ja schließlich eine Komödie sein, trotzdem sind doch einige Hiebe mit Panzerhaubitzen versteckt und der aufmerksame Zuschauer wird mehr von dem Film haben als die Couchpotato, die nur nebenher einen Film schauen will.