„Zeit genug“ ist eine Serie des Bayrischen Rundfunks, welche in den 80er Jahre im Fernsehen lief. Für viele sind die sechs Folgen heute noch Kult. Als Nichtbayer ist die Faszination aber sicherlich schwer zu entschlüsseln.

Die Geschichte von Willi

Willi, der gerade volljährig geworden ist, wohnt in Niederbayern und das frustriert ihn total. Gelangweilt von der Einöde, möchte er sein berufliches Glück in der Großstadt München suchen. Angekommen in München merkt er gleich ein paar Dinge. Erstens sind die Wohnungen hier unheimlich teuer und zweitens ist auch die Suche nach einem vernünftigen Ausbildungsplatz gar nicht so einfach. Also geht’s ab zu seinem Onkel Ignaz, den er nicht wirklich kennt – aber immer noch billiger als Miete zahlen, denkt Willi sich. Ignaz stellt sich als ziemlicher Kauz heraus, mit einer großen Vorliebe für’s Glückspiel. Willi will sein Leben in den Griff kriegen, aber immer neue Hindernisse stellen sich in den Weg. Angefangen von der Bundeswehr, die nun an seiner Tür klopft, über die wohl erste Liebe, die sich gar nicht so einfach gestaltet, bis hin zur Geldnot … die sich ohne Ausbildungsplatz nicht beheben lässt. Dazu kommt auch noch die nicht so einfache Art des Onkels, der Willi das Leben zum Teil zur Hölle macht. Aber nach und nach funktioniert das Zusammenleben immer besser, sodass sein Onkel die Gesellschaft seines Neffen sehr schätzt.

„Zeit genug“, so ehrlich muss man sein, passt so gar nicht in die heutige Sehgewohnheit. Die Dramaturgie ist sehr einfach gehalten. Dazu kommt eine simple Bildsprache, die heute keinen mehr hinterm Ofen vorlockt. Aber interessiert das die damaligen Fans überhaupt? Kein bisschen! Die Serie hat kein bisschen an ihrem Charme eingebüßt. Die zum Teil wüste bayrische Art zündet immer noch und der Zuschauer wird immer wieder durch amüsante Situationen geführt. Zum Beispiel die Liebe zur Ehefrau seines Chefs, die wesentlich älter als Willi ist. Da treffen Welten aufeinander, werden aber durch ihre Liebe zusammengehalten … naja mal mehr und mal weniger. Die Serie ist ein Spiegelbild heranwachsender Männer in den 80er Jahren. Wer in dieser Zeit schwelgen will, schwelgt mit „Zeit genug“ wirklich super. Alle anderen können mit der Serie wohl sehr wenig anfangen.

Bildqualität schlecht

Die Bildqualität der DVD ist wirklich erschreckend schlecht. Die Farben sind sehr matt und das Bild ist grieseliger als Grießbrei. Natürlich muss man hier keine Wunderdinge erwarten, aber die Bildqualität beeinträchtigt doch etwas die Schaulust. Die Dialoge wiederum sind gut verständlich. Extras sind keine vorhanden, die Menüs beschränken sich nur auf die Auswahl der einzelnen Folgen. Insgesamt gibt es sechs Folgen á 45 Minuten.