Hört man einen Titel wie „WuJi – Die Meister des Schwertes“ denkt man wahrscheinlich in erster Linie an einen Martial Arts Film. Doch diesmal ist das weit gefehlt. Denn wir haben es hier heute mit einem asiatischen Historiendrama zu tun.

Neid und Verrat

Wir befinden uns im antiken China. Seit Generationen schon herrscht ein Clan im Land. Hohe Positionen bedeuten aber auch Neider. So kommt es nach einigen Anfeindungen und Anschlägen letztendlich zum großen Eklat: Es wir ein schreckliches Massaker angezettelt, bei dem so gut wie jeder das Leben lassen muss. Aber eben doch nicht ganz jeder. Nur eine hochschwangere Frau überlebt und bringt einen kleinen Jungen zur Welt, der das letzte Mitglied seines Clans sein wird, bevor sie ebenfalls stirbt.

Der Kleine geht erstmal in die Obhut eines Arztes über, doch wird nach dem Kleinkind gesucht! Wird der Kleine überleben und sich irgendwann rächen können? Oder wird er das jüngste Opfer dieses Massakers?

Gar nicht mal schlecht!

Zugegeben: Die Story erfindet das Rad nicht neu und bietet keine bahnbrechenden Neuerungen des Genres. Die Story ist eher durchschnittlich und wäre wahrscheinlich sogar recht langweilig, wenn nicht Chen Kaige Regie geführt hätte. Chen Kaige glänzte schon als Regisseur bei Filmen wie „Leb wohl, meine Konkubine“ und „Killing me softly“. Und auch bei diesem Film hat der Regisseur aus einer eher durchschnittlichen Story ein Kunstwerk geschaffen. Der ganze Film wirkt sehr episch, dramatisch und sehr gut umgesetzt. Natürlich liegt das auch mit an den Schauspielern, die alle ihre Rollen wirklich gut spielen. Gut, teilweise wirkt der Film samt der Schauspielerei etwas überzogen, fast theatralisch. Sowas muss man natürlich mögen, um auch diesen Film mögen zu können. Aber letztendlich passt diese Darstellung hier sehr gut, hat der Film doch eine sehr dramatische Geschichte über Neid, Wut und Rache. Und wie man weiß, neigt man bei solchen Gefühlen auch gerne mal dazu, übermäßig zu reagieren, warum dieses dann auch nicht dementsprechend darstellen? Actionhaltig ist „WuJi – Die Meister des Schwertes“ dazu auch noch, allerdings überwiegt der Hintergrund der Gefühle und der Philosophie. Dieser Film ist sicherlich keine leichte Kost, aber für Fans des Genres in jedem Fall zu empfehlen.

Fragwürdige Entscheidungen

Seltsam mutet allerdings die deutsche Namensgebung der DVD an. Hieß der Film doch eigentlich „Sacrifice“, wurde er von KochMedia in „WuJi – Die Meister des Schwertes“ umbenannt. Liegt das nun an einem anderen Film von Chen Kaige, der den Titel trug „WuJi – Die Reiter der Winde“? Die Vermutung liegt natürlich nahe, nur werden die Zuschauer damit ganz schön in die Irre geführt. Man neigt doch dazu zu glauben, dass es sich bei „WuJi – Die Meister des Schwertes“ um eine Art Fortsetzung des Film namens „WuJi – Die Reiter der Winde“ handelt. Das ist aber weit gefehlt! Denn „WuJi – Die Reiter der Winde“ ist schon eher im Fantasybereich anzusiedeln, spielte dort doch auch ein Zauberer eine große Rolle. Wer sich nun also über eine Fortsetzung freut, der wird ganz schön enttäuscht sein und sich sicherlich auch ein wenig veräppelt fühlen. Das hätte nicht sein müssen, oder?