Im wilden Westen waren die Sitten noch überaus rauh – Wenn einem die Nase des Gegenübers gerade nicht passte, gab es oftmals ein Duell auf offener Strasse, Mann gegen Mann unter der heissen Sonne. Dieses Bild knallharter Pistoleros zeichnet auch der Film “Das Schießen – Nur der Stärkste überlebt!” – doch ganz so einfach ist es nicht. Im Gegensatz zu vielen einfach gestrickten Western wird es hier richtig kryptisch. Ein verwinkelter Western, bei dem man sie Fragezeichen über den Köpfen der Zuschauer förmlich sehen kann…

The Shooting (auch: Das Schießen – Nur der Stärkste überlebt!)

Willets Bruder Coin hat bei einem Ausflug in die Stadt Winslow einen über den Durst getrunken und auf seinem Weg nach Hause, im betrunkenen Zustand, einen Vater und dessen kleines Kind zu Tode geritten. In der Einöde trifft Willet eine mysteriöse Frau, die die Ehefrau und Mutter der Getöteten ist und auf Rache sinnt. Um das Leben seines Bruders in letzter Sekunde doch noch retten zu können, schließt sich Willet der Frau an. Kompliziert wird es erst, als ein von der Witwe angeheuerter Revolverheld zu der Gruppe stößt …

Der Kopfgeldjäger Billy Spear (Jack Nicholson) ist ein ziemlich zwielichtiger Typ. Seine Beweggründe sind zu anfangs kaum zu durchschauen und auch die mysteriöse Frau (Millie Perkins) macht ihren Begleitern Willett Gashade (Warren Oates) und Coley (Will Hutchins) das Leben reichlich schwer. Sie beschimpft die beiden Männer, weigert sich ihren Namen mitzuteilen. Es riecht förmlich nach Ärger, Willett und Coley werden noch Probleme bekommen, das ahnt der Zuschauer bald. Doch man ahnt lange Zeit nicht, was sich hinter dem seltsamen Verhalten der Protagonisten verbirgt. Bis zum Schluss…

“The Shooting” ist ein spannend inszenierter Western mit jeder Menge Twists. Auch wenn der Film aus dem Jahre 1966 zunächst keine überwältigende Fanschar bilden konnte, so wird der Film in der Retrospektive doch mit viel Lob gewürdigt. Die “VideoWoche” spricht von einem “unvergessenen Klassiker”, “Blickpunkt: Film” nennt den Streifen ein “Underground-Meisterwerk des Existenzialismus”.