Ein Italowestern von Giuseppe Vari aus dem Jahre 1967 in neuer Aufmachung erhältlich.

Rache ist süß

Ramon, der Sohn eines Farmers an der Grenze zu Mexiko, wird auf dem Weg in die Stadt verprügelt und ausgeraubt. Das Geld, das er bei sich hatte, hatte sich seine Familie ursprünglich von einem Großgrundbesitzer namens Barrett geliehen, der die Farmer der Gegend ausbeutet, um an ihr Land zu kommen. Da er es nun nicht zurückzahlen kann, muss er zu Barrett reiten und ihn um einen Aufschub der Rückzahlungsfrist bitten. Dort angekommen stellt er jedoch fest, dass einer von Barretts Männern an dem Raub beteiligt war, und beschuldigt diesen sofort. In der klaren Minderheit und ohne jeglichen Beweis wird Ramon als Strafe von den Männern bewusstlos gepeitscht. Währenddessen brennen andere Bewohner der Gegend ein Lagerhaus von Barrett aus Unzufriedenheit ab. Als Ramon endlich wieder zu sich gekommen ist, kehrt er nach Hause und entdeckt die Konsequenzen dieser Aktion: Burt, der Partner von Barrett, hat mit seinen Männern Ramons Zuhause abgebrannt und seinen Vater getötet. Auf Rache aus bittet er den Auftragskiller Rocco, ihm das Schießen beizubringen – nichtsahnend welche Rolle Rocco bei seinem Rachefeldzug spielen wird…

Was lange währt…

…wird endlich gut. Nach diesem Leitsatz haben wohl die Produzenten beim Dreh dieses Films gehandelt. „Rocco – Ich leg dich um“ ist zu Anfang sehr langatmig und auch während des Films kommen immer wieder Szenen vor, die weder die Handlung vorantreiben noch sonst irgendeinen Sinn verfolgen außer vielleicht der Verlängerung der Spieldauer. Obwohl 83 Minuten für einen Spielfilm recht kurz sind, hat der Film eher eine gefühlte Spielzeit von zwei Stunden. Sehr spät erst wird der Film interessant für den Zuschauer, da der namensgebende Charakter Rocco etwa nach den ersten zwanzig Minuten seinen ersten Auftritt hat als er einen Auftrag bekommt. Die Geschichte selbst ist zwar sehr simpel gehalten, doch dafür sehr tiefgründig, da Ramons Training nicht nur aus simplen Schießübungen besteht, sondern alles Mögliche mit einbezieht: Die Windrichtung, die Schritte des Gegners, die Zahl der Kugeln im Lauf…ja sogar, warum es wichtig ist, sich vor einem Duell zu rasieren. Der tiefe Einblick in die Philosophien und Fähigkeiten des Auftragskillers Rocco macht den Film zu etwas Besonderem und gibt ihm unter den Westernfilmen eine individuelle Note. Die Dialoge sind sehr originell und klar verständlich, wogegen leider die Hintergrundmusik überhaupt nicht von sich überzeugt. Sie passt zwar in das Western-Genre, wird dem Film aber absolut nicht gerecht. Auch die Bildqualität ist trotz digitaler Überarbeitung noch leicht unscharf.