Die Figur eines Videospiels bekommt plötzlich eine Persönlichkeit und möchte vom Spielentwickler gelöscht werden. Dies ist die Grundkonstellation des 14 Jahre alten Sci-Fi Filmes Nirvana. Ob der Film einen Blick wert ist, oder besser für immer im Nirvana verschwinden sollte, das erfahrt ihr in der folgenden Filmkritik

Bewusstsein im Cyberspace

Es sind noch drei Tage bis Weihnachten und der Programmierer Jimi (Christopher Lambert) muss sein neues Spiel Nirvana bis zum Festtag fertiggestellt haben. Es hat sich aber ein Virus ins System eingespeist, der das Unmögliche vollbracht hat. Solo, die Hauptfigur des Spiels, hat ein eigenes Bewusstsein entwickelt und bemerkt dadurch seine Situation. Er befindet sich in einem Spiel, in welchem er immer dasselbe erlebt, sobald er das Zeitliche gesegnet hat. Um aus diesem immerwährenden Trott zu entfliehen, bittet Solo Jimi, dass dieser ihn löscht. Aus Mitleid entschließt sich Jimi dazu, seiner Spielfigur den Wunsch zu erfüllen und will das komplette Spiel löschen. Einen Haken hat die Sache aber. Eine Sicherheitskopie von Nirvana befindet sich auf den Servern des großen Videospielimperiums Okosawa Star, weshalb Jimi einen Weg finden muss, um darauf zugreifen zu können. Nach einiger Zeit findet er in den Hackern Joystick und Naima aber wertvolle Verbündete, die ihm in seinem Vorhaben unterstützen.

Kritik

Die Story des Filmes hat durchaus Potenzial, welches durchaus genutzt wird. Trotzdem weiß der Film nicht gänzlich zu überzeugen. Von der Erzählstruktur haben die Macher eine gute Arbeit geleistet, wodurch es dem Betrachter nicht langweilig wird. Gekonnt springt der Film zwischen der realen und der virtuellen Realität hin und her. Dazu kommt es an einigen Stellen zur Kommunikation zwischen Jimi und seiner Spielfigur Solo. Allerdings hätte man sich auch einige Szenen, die das Spiel zeigen, sparen können. Meistens kommt Solo darin in Probleme und wird erschossen, wodurch sein Spiel von vorne losgeht. Leider haben es die Macher von Nirvana auch verpasst einige Begriffe richtig zu erklären. Wer nicht richtig aufpasst, dem wird sich nicht erschließen, worum es sich bei Angels und Devils handelt. Deshalb gibt es einige Szenen, die den Betrachter verwirren und ihn mit einigen Fragen zurücklassen. Leider schafft es der Film nicht, ein Gefühl der Spannung zu erzeugen. Die Szenen plätschern vor sich hin und die wenigen Actionszenen die es gibt, sind im unteren Durchschnitt einzuordnen. Die Charaktere sind dem Betrachter überdies ziemlich egal. Sollte einer Figur etwas passieren, so wäre dies für den Zuschauer nicht sonderlich schlimm. Punkten kann Nirvana allerdings mit der Atmosphäre die erzeugt wird. Die Sets und die Objekte die wir zu sehen bekommen, vermitteln ein richtiges Cyberpunk-Flair. Die schauspielerischen Leistungen sind akzeptabel, aber nicht gerade herausragend. Die Rollen wirken allerdings auch nicht gerade allzu kompliziert, weshalb keiner der Schauspieler überfordert sein dürfte. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Film für Fans des Genres durchaus einen Blick wert sein dürfte. Wer allerdings auf ein Effektspektakel hofft, der wird enttäuscht. Die visuellen Effekte sehen billig aus und dies kann nicht auf das Alter des Filmes geschoben werden. Mitte der Neunziger war durchaus mehr drin.

Bild und Ton

Aufgrund des Bildformates des Filmes kann es bei Breitbildfernsehern dazu kommen, dass es links und rechts dicke, schwarze Balken gibt. Aufgrund des Alters des Films wirken die Farben sehr blass und nicht sehr kräftig. Darüber hinaus mangelt es dem Bild an Details. Im Bereich des Tons kommt der Film nicht über den gewohnten Durchschnitt hinaus. Man versteht das Gesprochene ohne Probleme, allerdings wirkt die Synchronisation an manchen Stellen etwas blechern, was aber nicht so schlimm ist.