Das Cover sieht aus wie eine billige „Call of Duty: Black Ops“ – Filmadaption.  Der Trailer lässt ein noch billigeres Matrix – Kill Bill – Mash-Up erwarten. Aber man sollte ein Buch bekanntlich nicht nach seinem Einband bewerten. Oder halt seinem Trailer. In Wirklichkeit ist „Mob Rules – Der Gangsterkrieg“ ein interessantes Gangsterdrama, in dem sich die Anzahl von Shakespeare-Zitaten und Leichen die Waage halten.

Wahre Gentlemen unter den Gangstern

Der Film handelt von den beiden teetrinkenden Kleinganoven Tyrone und Anton, die aus Großbritannien kommen und jetzt ihr Glück in den USA versuchen. Das Geschäft läuft allerdings alles andere als berauschend – ein großer Coup muss also her. Dieser Coup dreht sich um C-Note, ebenfalls ein Brite, der nach einem Überfall seinen Partner ermordete und sich mit dem Geld in den USA ein Imperium aufbaute. Nach und nach zeigt sich, dass es bei diesem Coup um viel mehr geht, als um bloßes Geld…

Jazz statt Gangster-Rap

Schon die erste Szene zeigt, dass “Mob Rules” kein typischer Hoodfilm ist. Tyrone und Anton stehen in dem Haus ihres Einbruchopfers, trinken Tee, kommentieren die Einrichtung und zitieren ab und an Zeilen aus Theaterstücken. “Mob Rules” ist keine 90minütige Adrenalinfahrt: es wird mehr geredet als geschossen, mehr geplant als ausgeführt und mehr Tee als Blut verspritzt. Trotzdem wird die DVD nicht langweilig – die Story ist interessant, die Hauptprotagonisten sympatisch. Gerade die fehlenden Explosionen sind es, die “Mob Rules” herausstechen lassen – der Film konzentriert sich eher auf die Gefühle und Erlebnisse der Protagonisten, als auf Special Effects.

Jeder, der den Trailer gesehen hat, weiß auch, dass das die beste Wahl ist, die getroffen werden konnte. “Mob Rules” ist keine Major-Produktion und das sieht man dem Film auch an. Die wenigen Effekte, die es im Film gibt, sehen billig aus und gerade an den deutschen Synchronstimmen merkt man, dass der Film innerhalb eines Budgets entstand. Während die eher mittelmäßigen Spezialeffekte für den Genuss von “Mob Rules” aber völlig egal sind, sieht es bei den Synchronstimmen anders aus. Die Hauptprotagonisten sind noch durchaus ernstzunehmen, die Synchronleistung von Nebendarstellern bewegt sich allerdings im Bereich von mittelmäßig bis schlecht. Gerade in einem Film wie diesem tut das weh.

Die schlechten Synchronstimmen reichen aber nicht aus, um den Film ungenießbar zu machen. Die Story reicht aus, um den Film von Anfang bis Ende interessant zu gestalten, selbst ohne große Explosionen oder gigantische Schießereien. Und das kommt von jemandem, der “The Expendebales” für einen guten Film hält. Dazu kommt noch die unglaublich entspannte Musik, die sich durch den kompletten Film zieht. Hier zeigt sich mal wieder, wie wichtig die musikalische Untermalung für einen Film ist.

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