Vampir-Filme sind total in! Aber waren sie das nicht eigentlich schon immer? Waren nicht „Dracula“ und „Interview mit einem Vampir“ schon lange vor dem Twilight-Wahn Hits? Muss man also heutzutage alles mit den Kuschlevampiren vergleichen? Nein, muss man nicht und man darf sich sogar freuen, dass nicht alle Vampirfilme die Blutsauger als lieb und freundlich darstellen. Auch „Lost Platoon“ gehört zu den mittlerweile etwas älteren Filmen rund um dieses Thema. Neu auf DVD erschienen war dies der Grund für uns, diesen Film genauer unter die Lupe zu nehmen.

Vampire!

Während des Bürgerkriegs in Nicaragua wird der US-amerikanische Kriegsberichterstatter David Hollander (gespielt von William Knight) schwer verletzt, kann aber von dubiosen Männern gerettet werden. Unter seinen Rettern erkennt er einen Mann, Jonathan Hancock (gespielt von David Parry), der ihm bereits vor vielen Jahren im Zweiten Weltkrieg das Leben gerettet hatte. Seltsamerweise ist sein Retter aber keinen Tag gealtert! Hollander stellt überrascht fest, dass Hancock ein Vampir ist und noch überraschender ist für ihn die Tatsache, dass er selbst ebenfalls ein Vampir ist! Somit schließt Hollander sich dem Vampir-Platoon an, dessen Anführer Hancock ist. Gemeinsam wollen sie dem bösen Treiben des Generals Vlad (gespielt von Roger Bayless) ein Ende bereiten. Doch auch Vlad ist ein Vampir und ein richtig guter Kämpfer noch dazu…

Eine seltsame Mischung

Ganz klar: „Lost Platoon“ ist kein gewöhnlicher Vampir-Film. Er passt weder in das „Vampire sind eigentlich voll lieb“ Schema, noch in das „Vampire metzeln alles nieder“ Horror-Klischee. Vielmehr mutiert das ganze hier zu einem Action-Film, der nunmal Vampire als Söldner benutzt. Klingt seltsam, ist es auch. Wirklich gelungen ist diese Mischung nicht. Die Vampire werden hier zum größten teil als heldenhafte, US-amerikanische Soldaten dargestellt. Also eine typische amerikanische Kriegsfilmproduktion irgendwie, nur wie gesagt mit Vampiren. Aber warum Vampire? Man merkt den Grund ehrlich gesagt nicht. Es hätten auch irgendwelche anderen mystischen Wesen sein können, denn nichtmal Blut wird gesüffelt. Lediglich die spitzen Zähne verraten Hancock und Co. Die Frage nach der Story ist also geklärt: lahm, absurd und schlecht. Schon allein dies wäre theoretisch ein Grund zu sagen, dass es sich bei „Lost Platoon“ um einen schlechten Film handelt. Aber nein, es kommt noch schlimmer!

Der Film ist ab 18 Jahren freigegeben, da denkt man doch zunächst, dass es entweder sehr actionreich oder blutrünstig (Vampire!!!) zugehen müsste. Aber nein. Action gibt es zwar, aber die ist so schlecht inszeniert, dass man glaubt, Regisseur David A. Prior („War of the Living Dead“, „Lost at War“) hätte hier in der Nachbarschaft wildfremde, schauspielunerfahrene Menschen bequatscht gegen eine Cola in seinem Film mitzuwirken. Mehr als eine Cola kann nicht drin gewesen sein, denn die Nebendarsteller erscheinen schrecklich unmotiviert. Zurück zur Action: Geballer gibt es eine Menge. Ein Schuss – zwei Tote, nicht schlecht! Hier fällt mal einer um, da noch ein bisschen Schießerei. Blutkonserven waren aber leider zu teuer! Authentisch sieht jedenfalls anders aus. Übrigens können nicht mal die Dialoge ansatzweise überzeugen. Diese sind flach und sinnfrei. Will sagen: Es gibt keinen, wirklich keinen Grund sich diesen Film anzusehen!

 

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