Julius Caesar – Ein Name, der nun wirklich jedem bekannt ist. Und eine Figur, die gerne für diverse Medien benutzt wird, sei es für Comics, Computerspiele oder eben auch Filme. In unzähligen verschiedenen Filme spielt die historische Figur Caesar eine mal mehr oder mal weniger große Rolle, gerne wird dabei die Geschichte auch ein kleines bisschen umgeschrieben. Einer der frühen Filme über den großen Julius Caesar ist aber der Klassiker „Julius Caesar – Tyrann von Rom“, der seit Kurzem in der Classic Edition auch auf DVD erhältlich ist.

Historisch wertvoll?

Oft ist es ja so, dass Caesar recht unsympathisch dargestellt wird und natürlich eine große Rolle in einem Film über das Römische Reich spielt, selten jedoch die Hauptfigur ist. Dies ist in diesem Film aber anders, wie der Titel schon vermuten lässt. Julius Caesar wird dargestellt von Cameron Mitchell, der zwar versucht, Caesar würdevoll und mächtig darzustellen, dem dies aber nicht immer gelungen ist. Außerdem ist der Titel des Films schon etwas irreführend. Kann man Caesar als sympathisch darstellen, wenn der Titel ihn schon als Tyrann bezeichnet?

Geschichtlich siedelt der Film 54 v. Chr. an, zu einer Zeit, als Rom gerade dabei ist, Gallien zu erobern, dieses gestaltet sich aber nicht ganz so einfach. Nach einem Kampf zweier gallischer Gefangener schenkt Caesar dem gallischen Häuptling Vercingetorix (gespielt von Rick Battaglia) die Freiheit. Dieser ist aber weniger dankbar, jedenfalls zeigt er dies auf eine seltsame Art und Weise. Er zettelt in Caesar’s Abwesenheit eine Revolte gegen die Römer an.

An dieser Stelle muss man natürlich bedenken, dass man es hier mit einem Spielfilm und nicht mit einer Dokumentation über das Römische Reich zu tun hat. So sind zwar die Hintergrundfakten soweit richtig, doch hat sich das Ereignis des Aufstandes laut Geschichtsbüchern doch etwas anders dargestellt.

Klassiker der Filmgeschichte?

Auch wenn „Julius Caesar – Tyrann von Rom“ in der Reiche Classic Edition erscheint, so muss er nicht zwingend gleich ein richtiger Klassiker sein. Jedenfalls keiner in der Form „Klassiker, die man gesehen haben muss!“. Mit anderen Abenteuer-Klassikern wie „Ben Hur“ oder ähnlichem kann er jedenfalls bei Weitem nicht mithalten. Das liegt aber gar nicht mal an dem Drehbuch. Das liegt natürlich auch nicht daran, dass der Film nun schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat und dementsprechend die Bildqualität für heutige Verhältnisse zu wünschen übrig lässt (das sollte sowieso jedem klar sein, der sich einen Film aus dem Jahre 1962 ansieht). Vielmehr liegt es daran, dass man den Film das niedrige Budget sofort anmerkt. Schlachtszenen sind so gut wie kaum vorhanden, lediglich der Beginn und das Ende sind zu sehen. Was natürlich bei einem Film, in dem es eben auch um epische Schlachten geht, sehr schade ist. Aber das ist gar nicht mal das schlimmste. Viel schlimmer ist, dass man auf den ersten Blick sieht, dass die meisten Szenen, die eigentlich in freier Natur spielen, im Studio gedreht worden sind. Da kommt natürlich keine Atmosphäre auf! Als wäre das aber nicht schon schadend genug kommt noch hinzu, dass die Nebendarsteller wirklich nicht anders als als Laiendarsteller zu bezeichnen sind. Schauspielerische Leistungen sind da jedenfalls kaum vorhanden. So kann man sich diesen Film natürlich ansehen, wenn man nun ganz hartgesottener Fan von alten Streifen ist, als Klassiker, den man gesehen haben muss, kann dieser Film allerdings keinesfalls bezeichnet werden.