Verbrechen, Drogen und Frauen – darum geht es in quasi jedem Gangsterfilm. Auch “The Business” erfindet in dem Aspekt das Genre nicht neu: Es gibt Sex, es gibt Koks und es gibt psychopathische Killer – alles unterlegt von Popmusik aus einer Zeit, als Popmusik noch cool war.

Frankie goes to Spain

Frankie hat kein sehr gutes Verhältnis zu seinem Stiefvater. Als dieser seine Mutter bei einem Streit dann auch noch schlägt, reißt ihm der Geduldsfaden – er bringt den Stiefvater mehr oder weniger unbeabsichtigt um und flieht anschließend nach Spanien. Dort trifft er den ehemaligen Schwerverbrecher Charlie und dessen Crew, die nun Gras über die Straße von Gibraltar schmuggeln. Charlie findet Gefallen an Frankie und weiht ihn in die ihre Arbeit ein. Nach und nach erbauen sie sich ihr eigenes kleines Drogenimperium und alle führen ein halbwegs entspanntes Leben. Bis sie zu gierig werden…

Altbewährtes Kino

Veröffentlicht wurde “The Business” im Jahr 2005, im Test ist das Re-Release von 2012. Wie bei allen Filmen aus den letzten paar Jahren gibt es an der Ton- und Bildqualität nichts auszusetzen, die Farben sind satt, der Ton klingt gut. Ist das bei euch nicht der Fall, solltet ihr in Erwägung ziehen, einen neuen Fernseher zu kaufen.

Die Story von “The Business” ist von eher einfacher Natur, wenn auch spannend. Was den Film aber nicht nur spannend, sondern wirklich gut macht, sind die Charaktere. Die Protagonisten sind allesamt glaubhaft; die Good Guys sind auf ihre eigene Art sympathisch, die Bad Boys eben nicht – und das ohne wie die üblichen Stereotypen zu wirken. Viele der Charaktere machen im Laufe des Filmes einen ziemlichen Charakterwandel durch, ebenfalls ohne überzogen dargestellt zu werden.

Bei einem solchen Film mit derart starkem Fokus auf den Darstellern ist die schauspielerische Leistung natürlich von besonderer Bedeutung. Auch hier enttäuscht “The Business” nicht: Vor allem Frankie und Charlie werden wirklich gut gespielt, doch auch die anderen Charaktere können sich sehen lassen. Ob nun der schwule Bürgermeister oder der ehemalige Crackjunkie, niemand fällt negativ auf. Und das bedeutet ja im Prinzip, dass die Schauspieler ihren Job gut gemacht haben.

Das klingt jetzt natürlich gar nicht nach einem typischen Hollywood-Film. Das liegt vor allem daran, dass “The Business” aus England kommt, was dem Film einen ganz anderen Stil verleiht und willkommene Abwechslung von den etwas bekannteren Vertretern des Genres bietet. Wer zahlreiche Explosionen oder unglaublich gut geplante Verbrechen im Stile der Oceans-Reihe nicht unbedingt nötig hat und sich dafür auf eine realistische(re) Geschichte einlassen kann, wird mit “The Business” auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

Abseits des eigentlichen Films bietet die DVD noch den Trailer, ein 27minütiges Making Of, ein alternatives Ende und einige Deleted Scenes.

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