Ein eindrucksvoller, gruseliger Titel und Samuel L. Jackson als böser Fremder – Wenn das kein Anreiz ist, “Meeting Evil” aus dem Hause Sony Pictures Home Entertainment zu sehen.

Pass auf, es kann immer beschissener werden

Aus einem fast normalen Tag scheint für den erfolglosen Makler John ein Alptraum zu werden. Erst wird er gefeuert, die Rechnungen können nicht bezahlt werden, und dann steht auch noch ein wildfremder Mann mit dem Namen Richie vor seiner Tür. Dieser ist liegen geblieben. Statt eines Abschleppdienstes soll John ihn beim Anschieben helfen. Als dieser dabei verletzt wird, will Richie ihn ins Krankenhaus fahren und damit beginnt der Alptraum. Richie wird immer komischer. Anfangs erkennt John noch nicht, dass Richie jeden umbringt, der ihn stört, unfreundlich behandelt oder ähnliches. Erst als ein LKW-Fahrer von ihm überfahren wird und er eine alte Frau umbringt, weiß er, dass Richie ein gestörter Killer ist. John kann fliehen, doch niemand glaubt ihm, dass nicht er ausgerastet ist.

Eher Drama als Thriller

Aus diesem guten Plot, der in unseren Augen jede Menge Potential hat, wird jedoch nur das Minimum herausgeholt. Während Samuel L. Jackson perfekt den unheimlichen Fremden mimt, der ohne mit der Wimper zu zucken mordet, wirkt Luke Wilson mit seinen zehn Kilo zu viel irgendwie total hilflos. Auch seine Kinder sorgen eher für Lacher, da in diesem Fall die dicksten und wohl hässlichsten Kinder dafür ausgesucht wurden. Mit anderen Schauspielern hätte jedoch nicht mehr rausgeholt werden können. Das Hauptproblem in unseren Augen ist ein steiler Anstieg der Spannung am Anfang, die Großes hoffen lässt, jedoch genauso schnell abflaut. Sieht man am Anfang noch Blut und den einen oder anderen Mord, fällt dies später einfach weg. Die Morde geschehen im Off und lediglich die Leichen werden später präsentiert. Dadurch ist schon mal ein gewisser Reiz verschwunden. Einzig die Frage nach dem “Warum” und dem Schluss des Films lässt den langatmigen Mittelteil ertragen. Doch auch hier kann der Film nicht punkten. Geht man noch von einem psychologisch interessanten Ausgang aus, nimmt der Film ganz neue Formen an. Nicht schlecht, wäre er nicht so wässrig gewesen. Irgendwo nervt am Ende nur noch alles, vor allen Dingen jedoch John’s schwacher Charakter. Das Ende des Films ist irgendwie wie eine Erlösung.

Alles in allem ein netter Film, der jedoch eher Durschnitt ist und mit dem genialen Anfang leider nicht mithalten kann. Eine kontinuierliche Umsetzung hätte dem Film sicherlich besser getan. Wobei die Umsetzung im psychologischem Sinne interessant ist. Für Spannungsliebhaber jedoch kein Highlight, wie man erwarten würde. Hier hätte man es beim Buch belassen und dieses nicht noch verfilmen sollen.

Eingehende Suchanfragen: