Wenn man an Filme aus dem fernen Osten denkt, fallen dem gemeinen Zuschauer in erster Linie sicherlich Animes ein. Und natürlich Martial Arts. Aber wer denkt bei einem japanischen Film schon an eine Mischung aus Thriller und Krimi im „töte oder du wirst getötet“ Stil? Dabei muss man nur den Namen des Regisseurs lesen – Hideo Nakata – und Fans wissen sofort, dass sie es hier mit einem nicht ganz Unbekannten zu tun haben, der mit „Ring“ und „Chatroom“ bereits bewiesen hat, dass Japan mehr als Animes zu bieten hat!

Ein tödliches Experiment

Zehn Menschen werden per Stellenanzeige für einen Job gesucht, der eine Menge Geld verspricht, wenn man sich für sieben Tage auf ein psychologisches Experiment einlässt. Sieben Tage und ein paar Millionen Yen für ein bisschen Psychotest? Das klingt doch gut! Die paar Tage bekommt man doch sicherlich leicht über die Bühne. Doch erst als die Zehn in ihrem Gefängnis für die nächste Woche angekommen sind und nicht mehr aussteigen können, werden die Regeln erklärt: Das Experiment endet, wenn die sieben Tage vorbei sind oder es nur noch zwei Überlebende gibt. Moment mal! Überlebende? Vom Sterben war doch nie die Rede! Nun ist es aber zu spät, das Experiment hat begonnen und die Teilnehmer sind natürlich aufgrund der Regelformulierung sehr verunsichert. Dann wird dem „Detektiv“, der im Falle eines Verbrechens den Fall aufklärt, auch noch ein Extrahonorar versprochen und zu guter Letzt findet jeder Teilnehmer eine eigene Waffe in seinem Zimmer vor. So harmlos wird dieses kleine Experiment also nicht verlaufen…

Spannung und Wendungen

Natürlich ist die Story keine absolute Neuheit. Oft gab es schon Filme, in denen andere getötet werden müssen, um selbst überleben zu können. Und ein wenig erinnert der Film sogar an „The Cube“, auch wenn er doch eine ganz andere Story hat, aber eingesperrt ist eben eingesperrt. Auch wenn man hier keine gänzlich neue Story vorgesetzt bekommt, weiß Hideo Nakata doch, wie er die Spannung halten und den Zuschauer an den Bildschirm fesseln kann. So denkt man sich nach dem ersten Mord, dass doch alles klar ist, selbst beim zweiten hat man den vollen Durchblick. Doch dann wird’s verwirrender, die Geschichte dreht und wendet sich und schnell weiß der Zuschauer selbst nicht mehr, wem er noch trauen würde und wem nicht. Somit ist das Ende zwar teilweise, aber nicht auf diese Art vorhersehbar und man bekommt noch die eine oder andere Überraschung vorgesetzt. Leider sind aber auch ein paar Fehler in der Geschichte vertreten, die dem Zuschauer, der sich nicht einfach von dem Film berieseln lassen möchte, sondern mitdenken will, mehr als seltsam vorkommen werden und somit ein wenig von der Spannung nehmen. Aber die Mischung aus Krimi, bei dem man gerne mit raten möchte und Thriller ist trotzdem sehr gut gelungen!

Hideo Nakata hat vieles mit „Incite Mill“ richtig gemacht. So hat er zum Beispiel zehn verschiedene Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, die nun aber eben sieben Tage zusammen leben (und sterben) müssen. Auch hat er sich eher auf die Spannung konzentriert und ist mit diesem Film trotz der vielen Morde sehr unblutig ausgekommen. Splatter gibt’s hier nicht zu sehen, dafür viele Dialoge und sehr gut gelungenes Finale. Und nicht zu vergessen: Der Cluedo-Faktor! Ihr erinnert euch? Wer hat mit welcher Waffe in welchem Raum? Hier darf man ähnlich mit rätseln, allerdings in der „wer hat mit welcher Waffe“-Form.

Negativ sei an dieser Stelle aber noch das DVD- und Blu-Ray-Cover erwähnt. Wie kommt man bitte auf die Idee, ein Cover zu erstellen, auf dem zum einen Personen zu sehen sind, die es so in diesem Film gar nicht gibt und zum anderen dank Waffen und tougher Braut der Eindruck vermittelt wird, dass man es hier mit einem harten Action-Streifen zu tun hat? Wollte man dem geneigten Käufer einfach nicht auf den ersten Blick zeigen, dass man es mit einem japanischen Film zu tun hat aus Angst, dass das abschreckend wirken könnte? Oder warum sonst hat man hier westliche Models genutzt? Das Cover täuscht jedenfalls gewaltig!