Es gibt einige deutsche Filme, die durchaus auch international Erfolg haben können. Es gibt einige deutsche Filme, die zumindest bei uns auch mit den Blockbustern aus Hollywood mithalten können. Oft handelt es sich dabei aber um Komödien, seltener um Actionfilme oder gar Thriller. „Die vierte Macht“ macht ist aber ein Politthriller, der durchaus auch außerhalb Deutschlands erfolgreich war. Ob der Film aber wirklich richtig begeistern kann?

Die Macht der Presse

Den Deutschen Paul Jensen (gespielt von Moritz Bleibtreu) verschlägt es nach Moskau, um dort bei einer russischen Zeitschrift den People-Teil etwas mehr Schwung zu geben und auch um bei der Modernisierung der Zeitschrift zu helfen. Auch sein eigener Vater war vor einigen Jahren für diese Zeitschrift tätig und leistete dort bis zu seinem Tod gute Arbeit. Bei seinem neuen Job lernt Paul seine Kollegin Katja (gespielt von Kasia Smutniak) kennen und verliebt sich recht bald in sie. An dieser Stelle könnten nun eigentlich alles gut sein, ist es aber nicht. Ein berühmter Politjournalist wird nämlich ermordet und Paul lässt einen Nachruf auf den Verfechter der Aufdeckung drucken, den seine Liebste verfasst hat, den der Chefredakteur aber eigentlich abgelehnt hat. Dann wird Paul auch noch verdächtigt, selbst einen Anschlag ausgeübt zu haben und die dramatischen Geschehnisse überschlagen sich.

Interessant, aber stellenweise eben doch nicht herausragend

Dennis Gansel ist einer der deutschen Regisseure, die wirklich von sich Reden machen. Konnte er doch schon zahlreiche Erfolge mit seinen Filmen wie „Das Phantom“, „Die Welle“ oder auch mit der Komödie „Mädchen Mädchen“ erzielen. Nun kehrt er allerdings mit „Die vierte Macht“ wieder zurück zu seinen Wurzeln von 1999 als er mit dem bereits genannten Politthriller „Das Phantom“ ebenfalls recht erfolgreich war. Um ehrlich zu sein kommt „Die vierte Macht“ aber nicht an seinen damaligen Politthriller heran. Zwar ist „Die vierte Macht“ (die übrigens für die Presse steht) recht spannend und interessant, doch hat man öfter mal das Gefühl, eben einen typischen deutschen Krimi zu sehen und ist der Meinung, das eine oder andere doch irgendwie irgendwo schonmal gesehen zu haben. Auch ist der Film meistens viel zu vorhersehbar, so dass es zu keinen interessanten Wendungen kommt.

Allerdings ist dies nicht weiter schlimm, denn Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu gibt dem Ganzen dann eben doch noch eine besondere Note und sticht durch hervorragende schauspielerische Leistungen akut heraus. Mit dieser Hauptbesetzung wurde wirklich alles richtig gemacht! Er spielt sogar so gut, dass man phasenweise das Gefühl hat, wirklich mitten im Film zu sein, sich eine wahre Begebenheit anzusehen. Aber dem ist nicht so, denn der Film ist rein fiktiv, aber inhaltlich dann doch so gut gelungen, dass man meinen möchte, dass es genau so bereits in Russland geschehen ist.

Bei „Die vierte Macht“ sind wir ein wenig hin und her gerissen, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt. Einerseits hat der Film doch manchmal gefesselt, andererseits kam ein „typisch deutsch“ Gefühl auf. Wer sich aber für deutsche Filme begeistern kann und nicht nur unheimlich viel Action braucht, um sich gut unterhalten zu fühlen, der sollte in jedem Fall mal einen Blick riskieren, denn schlecht ist „Die vierte Macht“ auf keinen Fall!