Das Ende ist nicht nur nah. Es ist bereits da… So steht es auf dem Cover von „Countdown: Jerusalem“ geschrieben. Ein weiterer Weltuntergangsfilm also von den Machern von „Doomsday 2012“. Endzeit-Filme gibt es ja zu Hauf. Einige sind sogar richtig gut, andere wiederum haben gerade noch so das Prädikat „Trash“ erreichen können, wiederum andere kann man sich nichtmal als Trashfilm-Fan geben. In welche Kategorie gehört wohl „Countdown: Jerusalem“?

Frieden im Mittleren Osten!

Kaum zu glauben, aber mit dieser Nachricht beginnt „Countdown: Jerusalem“. Allison (gespielt von Kim Little) ist Fernsehreporterin. Gerade als sie live die tolle Nachricht verkündet, dass die Europäische Union soeben den Frieden im Mittleren Osten bekannt gegeben hat und nun der Weltfrieden folgen soll, erschüttert ein Erdbeben Los Angeles. Aber Kalifornien ist Erdbeben ja mehr oder weniger gewohnt, weshalb Allison sowohl unbeschadet als auch wenig erschüttert nach Hause zu ihrer kleinen Tochter Mary (gespielt von Audrey Latt) zurück kehren kann. Da wird dann erstmal eifrig gebetet und der Zuschauer ahnt schon, auf was dieser Film hinaus laufen wird…

Das Erdbeben war stark, nicht nur in Los Angeles, auch andere Teile der Welt wurden verwüstet. Natürlich hat Mama Allison nun einiges zu tun, aber das hindert sie nicht daran, die Tochter mit dem Vater ins sichere Atlanta fahren zu lassen. Stattdessen ist sie laufend am Telefonieren und „verliert“ dabei ihre Tochter auf einer öffentlichen Toilette im Park. Im übrigen steht sie direkt vor der sicher geschlossenen Tür, kein Fenster oder Notausgang weit und breit, wie zur Hölle soll die Tochter da verschwinden können? Na jedenfalls ist sie weg. Allison verfällt natürlich in Panik, fährt durch die zerstörte Stadt (seit wann ist die eigentlich so zerstört? Während dem Erdbeben sah’s noch gar nicht so schlimm aus) und eilt letztendlich zur Polizei, bei der sie angibt, dass sie ihren Exmann und Vater der Tochter der Entführung beschuldigt. Die Polizei hat momentan dank des Erdbebens aber alle Hände voll zu tun, also muss die Mama traurig das Revier verlassen.

In der Folge passieren noch einige merkwürdige Dinge – vom seltsamen Handlungsplot bis hin zu weiteren Naturkatastrophen weltweit – bis Allison schließlich ihre Suche nach Mary in Jerusalem fortsetzt. Dort geht das Chaos weiter…

Verwirrt?

Die Inhaltsangabe klingt seltsam? Dann müsstet ihr mal den Film sehen, DAS ist richtig seltsam. So viele Logikfehler wie in diesem Film sind, tut schon richtig weh. Schon beim Verschwinden der kleinen Tochter fängt man an den Kopf zu schütteln. „Mystery“ kommt einem da in den Sinn, das könnte die einzige logische Erklärung sein. Allerdings setzt der Film sonst eher auf „Boom“ und „Bang“, halt Endzeit-Thriller. Und schaut man sich den Film weiter an, wird einem schnell bewusst, dass nicht nur das Verschwinden der Kleinen seltsam ist, sondern auch alles andere unheimlich viele Denkfehler hat: Warum hinterlässt ein Erdbeben, das auf der Richterskala eine 7 verdient hat, kaum Schäden? Und warum sind dann, wenn die Tochter mindestens einen Tag später verschwindet, überall hochgehende Hydranten zu sehen, während die Mutter mit der Tochter im Park spielt? Klar, sowas macht Mama gerne, wenn die Welt untergeht. Die Umsetzung ist also wirklich Müll. Und die Story auch. Denn letztendlich wird die Europäische Union als ganz ganz böse dargestellt, während die Amerikaner und ihr Glaube natürlich ganz ganz toll sind und überhaupt alle außer den Amerikanern böse sind und niemals in den Himmel kommen können!

Schauspielerische Leistungen sind auch kaum bis gar nicht vorhanden, der Originalton ist mehr als schlecht, die kleine Mary kaum zu verstehen. Kim Little in der Hauptrolle ist eine absolute Fehlbesetzung.

„Countdown: Jerusalem“ ist also auch nichts für Trash-Fans, selbst diese werden sich über diesen Film ärgern. Denn „Countdown: Jerusalem“ ist einfach nur amerikanische Propaganda, die dazu noch unheimlich schlecht umgesetzt ist: Miese Effekte, miese Schauspieler, einfach alles mies. Finger weg von diesem Film, das ist das Geld und die Zeit niemals wert!