Eine junge Frau liegt auf einer Decke in dezentem Pink im Gras und hört über die Kopfhörer Musik. Plötzlich bringt sie etwas in Unruhe. Sie nimmt einen Stöpsel aus dem Ohr – aber sie hört nichts Seltsames. Also einfach weiterchillen und entspannen. Ganz großer Fehler.

Laaaauft! Lauft weg!

Zur gleichen Zeit rennt nur wenige Meter entfernt eine junge Frau durch den Wald und trifft dabei auf ein junges Pärchen, dass gerade ihr Zelt abbauen möchte. Sie flüchtet, sie ist gehetzt, aber sie bittet die beiden nicht etwas um Hilfe. Nein, sie schreit sie an: “Laaaauft! Lauft weg!” – und rennt weiter. Die beiden Liebenden sind erstmal verdutzt, dann aber nehmen auch sie die Beine in die Hand. “Natürlich” werden die drei voneinander getrennt und der Wald-Marathon findet für alle drei ein jähes Ende.

Das war aber (im wahrsten Sinne des Wortes) erst der Anfang des vorliegenden Horrorstreifens “The Hike” aus dem Hause SchröderMedia. Denn der eigentliche “Ausflug ins Grauen” füllt immerhin 83 Minuten und hat gerade erst begonnen. Die Hauptprotagonistin “Kate” kehrt aus dem Afghanistan-Krieg zurück, körperlich unversehrt, aber seelisch gezeichnet, musste sie doch mit ansehen, wie ihr Freund im Kampf starb. Zurück Zuhause beschließt sie mit ihren Freundinnen einen Camping-Trip durch einen eher ruhigen Teil der britischen Insel zu unternehmen. Anfangs scheint alles ganz normal. Zwar treffen die Freundinnen auf einige sehr zurückgezogen lebende, seltsame Menschen, aber noch droht keine Gefahr. Auch als die Frauen ein paar Kletterer treffen und mit ihnen gemeinsam campieren, scheint alles in Ordnung zu sein. Doch dann verschwindet eine von ihnen…

Man könnte es auch noch einfacher formulieren: Ein dunkler Wald, fünf bildhübsche Models und drei nekrophile Vergewaltiger – und zack: Schon ist die Alterskennzeichnung “Ab 18 Jahren” erklärbar. Immerhin geht es in “The Hike” schon derbe zur Sache, aber erst nach einer gewissen Einlaufzeit, denn am Anfang passiert erstmal gar nichts bzw. sehr, sehr wenig (rund die Hälfte des Films). Die ganze Zeit irgendwo irgendwer durch den Wald, heult rum, ein bisschen Blut hier, etwas da. Mit zunehmender Spieldauer wird es dann erwatungsgemäß immer heftiger – aber deswegen noch lange nicht besser.

Von der Storyline bis hin zu den Synchronsprechern ist vieles einfach nur “mau”. Dabei hat der Film von Regisseur Rupert Bryan durchaus ein paar Highlights vor allem in Punkto Kameraführung (Landschaftsaufnahmen, Totale, etc.). Der Rest ist größtenteils entweder hirn-, sinn- oder einfach nur geschmacklos.