Religion, eine sektenartige Verblendung, die grundsätzliche Ablehnung der Homosexualität und ein ganzer Keller voller Waffen sind die Grundzutaten des Actionthrillers “Red State” von Kult-Regisseur Kevin Smith, der sich auch schon für Produktionen wie “Dogma” oder “Cop Out” verantwortlich zeichnete. Herausgekommen sind 88 Minuten voller Spannung und Dramatik, hochkarätigen Schauspielern aber auch mit einigen unbeantworteten Fragen und so manchem Fragezeichen…

Red State

Die Aussicht auf heißen Sex lockt drei Teenager mitten aufs Land. Von wegen. In Cooper’s Dell erwartet sie die Hölle: Hinterhältig werden sie betäubt. Als sie wieder erwachen, befinden sie sich in den Händen eines erzreaktionären Bibelkults, der an ihnen mit unfassbarer Brutalität ein Exempel statuieren will. Doch damit nicht genug: Während ihrer Folter wird das Lager der Five Points Trinity Church von der Polizei umstellt. Weil Kultführer Abin Cooper nicht daran denkt aufzugeben, entfesseln die Beamten um den kompromisslosen Officer Joseph Keenan die Hölle. Und die drei Jungs sind immer noch mitten drin …

Die teilweise recht expliziten Gewaltszenen sind wohl einer der Hauptgründe für die Alterseinstufung ab 18 Jahren. “Red State” erweist sich bereits nach kurzer Spieldauer als ein höchst ungewöhnlicher Film. Der Mix aus Thriller, Torture und Gesellschaftskritik wird kombiniert mit einigen Horrorelementen, was am Anfang zunächst wie ein Teeniefilm wirkt, wandelt sich im Verlauf des Streifens gerne noch das eine oder andere Mal. Das mag auf den ersten Blick interessant klingen, löst aber beim Zuschauer vor allem eines aus: Irritationen. Man fühlt sich selten als Teil des Ganzen, weil man stets damit beschäftigt ist dem wilden Genreritt zu folgen, was sich nicht immer als ganz einfach erweist. Als Folge daraus entsteht eine gewisse emotionale Distanz, die insbesondere durch das etwas wirre Ende unterfüttert wird. Hier hätte man ohne Zweifel mehr herausholen können, insbesondere wenn man einen Blick auf die hochkarätige Besetzung wirft:

Kevin Smith zählt mit Sicherheit zu den Kultregisseuren unserer Zeit und durfte auch bei dieser Produktion wieder auf eine ganze Schar an exzellenten Schauspielern zurückgreifen: Oscar-Gewinnerin für “The Fighter” Melissa Leo, Hollywood-Urgestein John Goodman, Kyle Gallner, Michael Angarano und Michael Parks (als Priester) spielen ihre jeweiligen Rollen wirklich gut und dennoch wirft der Film insbesondere zum Ende hin viele Fragen auf.

An der Bild- und Tonqualität kann es jedenfalls nicht gelegen haben, dass der Film bei uns keinen Award erhalten hat. Das Bild kann man nur als exzellent bezeichnen, der Ton ist ebenfalls mehr als zufriedenstellend. Einzig die Synchronsprecher sind nicht immer ideal getroffen.