Die neue Fortsetzung des Horrorklassikers nach der Kurzgeschichte “Children of the Corn” von Stephen King lässt so manches Herz höher schlagen. Gruselige Abende werden ins Gedächtnis gerufen. Und nun endlich geht die Ära weiter.

Verlasse nie die Hauptstraße

Nach einem kleinen Blick in die Vergangenheit wird man in das Kalifornien der heutigen Zeit versetzt. Nachdem Tim (Tim Rock) mit seiner schwangeren Frau Allie (Kelen Coleman) auf einer abgelegenen Route auf Grund eines geplatzten Kühlerschlauchs liegen bleibt und auch nach mehreren Stunden kein Auto vorbeikommt, begeben sie sich auf die Suche nach einem Telefon. Dabei treffen sie auf einen unheimlichen Prediger (Billy Drago) und dessen rumänische Frau (Barbara Nedeljakova). Als sie telefonisch erfahren müssen, dass der Abschleppdienst an einem Sonntag Wucherpreise nimmt und nicht mal garantieren kann, dass er kommt, bleiben sie über Nacht, um am nächsten Morgen mit dem Lieferanten in die Stadt zu fahren. Trotz ausdrücklicher Hinweise kann Allie in der Nacht ihrer Neugier nicht widerstehen und geht den Geräuschen aus dem Schuppen nach. Sie entdeckt einen eingesperrten Jungen, in dem das Böse wohnen soll. Für das Paar beginnt damit ein Alptraum, denn eine unbekannte Macht will sie von nun an nicht aus dem Haus lassen.

30 Jahre ist es her

Gut 30 Jahre ist die erste Verfilmung der Kurzgeschichte her, und kaum ein neuerer Teil dieser Saga kann den Klassikern das Wasser reichen. So kann auch diese Umsetzung kaum punkten. Abseits jeglicher Zivilisation sorgt der Schauplatz samt der gut gewählten Schauspieler für eine düstere Grundstimmung, die alle Horror-Erwartungen erfüllt. Allerdings reicht eine gute Grundstimmung nicht aus, wenn ansonsten nicht viel passiert. So wird bei diesem Teil fast gänzlich auf die bei einem FSK 16 Film erwartete Härte verzichtet. Actionreiche Szene wurden mit dem Rotstift im Grunde aus dem Drehbuch verbannt. Dafür wird auf geheimnisvolle Momente gesetzt, die jedoch einen echten Fan der Saga nicht im Ansatz überzeugen können, da sie nicht im Geringsten gruselig sind.

Hauptsächlich wird darauf gewartet, dass es endlich richtig los geht. Da dies bis auf ein paar fliegende Autos am Ende ausbleibt, fallen die logischen Schwachstellen umso mehr auf. So wartet das Paar am Anfang mehrere Stunden mit wenig Wasser und stark gerötetem Gesicht in der Sonne, um später das wenige 100m entferne Reich des Predigers aufzusuchen, oder versucht am Ende den herunterfallenden Autos auszuweichen anstatt einfach anzuhalten. Zumindest für etwas Erheiterung sorgen diese logischen Schwächen, denn sonst gibt es keine Highlights im gesamten Plot. Weder spannende, gruselige noch humorvolle Höhepunkte.

Drago sorgt für gruselige Aura

Einziger Lichtblick des Films ist die schauspielerische Leistung, die durchaus als solide und befriedigend bezeichnet werden kann. Besonders Billy Drago kann durch seine gruselige Aura dem Film zumindest einiges Positives beisteuern.

Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um einen unspektakulären Film, den man sehen kann, der aber trotz seiner lediglich 81 Minuten irgendwie langgezogen erscheint. Hier hätte der Regisseur in unseren Augen definiv sein Augenmerk auf mehr Action, Blut, Angst und gruselige Faktoren richten sollen. So ist ihm ein Film gelungen, der keinen Anschluss an die Klassiker findet und wohl auch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.