Ach, das Leben in Kuba kann so schön sein! Sonne, Meer, Palmen… Und wenn man dazu noch so eine lockere Lebenseinstellung hat wie Juan (gespielt von Alexis Díaz de Villegas), der sich keine zu großen Sorgen um seinen Lebensunterhalt macht, vielmehr ein Lebenskünstler ist, dann kann man doch sorgenfrei leben! Oder doch nicht?

Juan of the Dead

Juan und sein bester Freund Lazáro (gespielt von Jorge Molina) lieben ihre Heimat Havanna. Beide halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und haben ein gemeinsames Hobby: Nichts tun. “Wir leben im Paradies und nichts kann das ändern!”… Doch aus dieser ihrer heilen, sorglosen Welt werden sie abrupt heraus gerissen. Denn am Vorabend des 50. Jahrestages der Revolution passiert etwas, dass Havanna grundlegend ändern soll: die Einwohner ändern sich auf seltsame Weise, viele bewegen sich anders als vorher, viel langsamer (sogar langsamer, als die beiden Faulenzer Juan und Lazáro), scheinbar sind sie krank. Da können doch nur die Amis hinter stecken, die haben sicherlich einen gemeinen Grippevirus ins Land gebracht! Lazáro aber lässt sich nicht veräppeln, er glaubt vielmehr an mystische Dinge, wie Werwölfe oder Vampire. Doch schnell wird er eines besseren belehrt: Der plötzlich bösartige Bekannte lässt sich nämlich nicht so einfach durch einen Pflock ins Herz entsorgen, da hilft nur rohe Gewalt, Kopf abschlagen zum Beispiel. Denn: er ist ein Zombie! Das ist also die harte und nackte Wahrheit: Zombies in Kuba!

Während diese Erkenntnis die meisten Menschen wohl in Angst und Schrecken versetzen würde, riechen Juan und Lazáro das große Geld. Als Entsorgungsunternehmen werden sie doch garantiert sehr gefragt sein! Die beide machen sich also gemeinsam mit Juan’s Tochter Camila, Lazáro’s Sohn Vladi und El Primo (der dummerweise kein Blut sehen kann) und La China daran, Kuba vor den Zombies zu retten. Natürlich nicht ohne Gegenleistung versteht sich. Pro Zombie ist ein Grundbetrag fällig, Ausländer sind teurer, Kinder und alte Leute sind günstiger. Mit dem Slogan „Juan of the Dead – Wir töten Ihre Liebsten!“ läuft das Geschäft bombastisch an, doch natürlich stoßen die sechs doch recht schnell auf einige Probleme…

Horror-Komödie erster Klasse!

Und schon geht der Horrorteil des Films los, hier und da spritzt Blut, wie sich das eben bei einem Film dieser Art gehört. Aber das Gemetzel steht hierbei keinesfalls im Vordergrund, viel mehr möchte der Film lustig sein. Und das ist er auch! Regisseur Brugués hat da sämtliche Komik, die man in einen Zombie-Film stecken könnte, genutzt. Vom kein-Blut-sehen-könnenden Zombiejäger über die Zombierampe bis hin zu den doofen (im positiven Sinne!), trockenen Sprüchen seiner Akteure.

Nicht nur der Titel, sondern auch Passagen des Films erinnern hierbei an den Zombie-Klassiker „Shaun of the Dead“ und das ist sicher auch so gewollt. Das schöne dabei ist, dass hier gewollt UND gekonnt zusammen trifft, selbst Skeptiker, die befürchten könnten, dass „Juan of the Dead“ nur ein billiger Abklatsch ist, werden überzeugt. Tolle schauspielerische Leistungen, gelungene Einstellungen, passende Geräuschkulisse und eben ein wirklich gutes Drehbuch, das alles macht „Juan of the Dead“ aus und könnte den Film damit zum Kult werden lassen!