Big Brother – Ein TV-Konzept, das in vielen Ländern der Welt großen Anklang findet und Millionen von Menschen vor den Fernsehbildschirmen unterhält. Natürlich möchten dies aber die wenigsten zugeben, denn irgendwie ist man ja doch dazu geneigt, Big Brother in die Trash-TV Sparte zu schieben. Ob man es nun offiziell mag oder nicht: Jeder, der die eine oder andere Staffel schonmal gesehen hat, kennt das: Manche Bewohner sind sympathisch, andere dagegen so nervtötend, dass man sie los werden will. „Die ist so doof, die will doch nicht mal ein Zombie fressen“ könnte eine der Aussagen sein, zu der sich ein Zuschauer hinreißen lassen könnte. Was aber, wenn plötzlich wirklich eine Welle von Zombies auf dem Big Brother Gelände ihr Unwesen treibt?

Und plötzlich ist Big Brother weg

Noch sitzen sieben Bewohner im britischen Big Brother Haus und hoffen auf den Sieg. Während der Liveshow kommt es auf dem Studiogelände aber zu einer wahren Tragödie: Ein unbekannter Virus hat bereits weltweit eine Epidemie ausgelöst. Schwerverletzte Menschen, ja solche, die fast schon als tot zu bezeichnen sind, proben den Aufstand. Wahllos werden „normale“ Menschen angegriffen und getötet! Zwar bekommt man im Big Brother Produktionsstudio das Geschehen in der Welt mit, doch scheint dies alles weit weg zu sein. Doch weit gefehlt! Der Virus hat nämlich während der Liveshow das Produktionsgelände erreicht und so werden die Fans und die Angestellten ebenso schnell infiziert!

Im Big Brother Haus selber ahnt man von diesem Massaker vor der Tür währenddessen gar nichts. Man wundert sich zwar, warum man am nächsten Morgen nicht wie üblich geweckt wird und warum es keine Strafe gibt für ein nicht getragenes Mikrophon, aber noch scheint die Welt in Ordnung zu sein. Er nachdem sich Assistentin Kelly (gespielt von Jaime Winstone) in das Haus der Big Brother Bewohner rettet, erfahren sie von den Geschehnissen vor der Tür. Ein Plan muss dringend her! Können die wenigen Überlebenden entkommen? Wie gehen sie mit diesem Ausnahmezustand um? Lasst euch überraschen!

Überlanger Spielfilm umfunktioniert als Miniserie

Die Serie „Dead Set“ aus dem Hause Sony Pictures Home Entertainment wurde bereits im Jahr 2008 in Großbritannien auf DVD veröffentlicht, davor ist sie auf dem Sender E4 gelaufen. In Deutschland ist die Serie bisher nicht im Fernsehen gelaufen, ist dafür aber mittlerweile auf DVD und Blu-Ray erschienen.

Eigentlich hätte man aus dieser Miniserie, die auf 5 Folgen besteht, auch einen Spielfilm in Überlänge machen können. Denn insgesamt haben die 5 Folgen nur eine Laufzeit von 143 Minuten, können somit also auch alle in einem Stück gesehen werden. Und das bietet sich an, denn das Ende einer jeden Folge ist so abrupt, dass man kaum umher kommt, gleich die nächste Folge anzusehen.

Kommen wir aber nun mal zum eigentlichen Thema: ist die Serie nun gut oder nicht? Spannend ist sie jedenfalls! Bei dieser Zombieserie (in der Serie selber fällt allerdings nicht einmal das Wort Zombie) geht es nicht nur um pure Splatter- und Ekelszenen. Vielmehr hat man versucht, eine spannende Horrorstory um das beliebte TV-Konzept Big Brother aufzubauen. Und das ist auch größtenteils gelungen. Langeweile kommt an keiner Stelle auf, ständig passiert etwas interessantes. Trotzdem möchten wir uns nicht dazu hinreißen lassen, „Dead Set“ als großartige Horrorserie zu bezeichnen. Dazu sind manche Dialoge doch einfach zu blöd, manche Handlungen zu dämlich und nicht schlüssig. Und leider ist die Qualität alles andere als überzeugend. Die Kameraeinstellungen sind oft schrecklich verwackelt, die deutsche Synchronisation lässt mal wieder zu wünschen übrig und viele der Schauspieler sollten sich lieber nicht als Schauspieler bezeichnen (besonders enttäuschen ist die Leistung von Riz Ahmed, der die Rolle des Riq spielt und eigentlich gar nicht so unbekannt ist). Positiv fallen dafür aber Jaime Winstone in der Rolle der Kelly und Adam Deacon als Space auf, die beide das schauspielerische Niveau dann doch wieder ein wenig heben.

Im großen und Ganzen ist „Dead Set“ zwar eine Horrorminiserie, die durch Spannung und interessante Wendungen überzeugen kann, die aber hauptsächlich technisch und durch unlogische Handlungen und zombieuntypische Szenen etwas enttäuscht.

Wer Zombiefilme mag, darf gerne einen Blick in „Dead Set“ riskieren, sollte sich aber auf Kopfschmerzen aufgrund der verwackelten Aufnahmen gefasst machen!