Kaum einer von uns kann sich noch vorstellen, wie es gewesen sein muss, im Krieg aufzuwachsen. Und noch weniger unserer Leser werden diese Zeit selbst miterlebt haben. Der Film „Es war einmal ein Krieg“ zeigt genau so ein Leben – ein Drama über einen Teenager im Zweiten Weltkrieg.

Ein ganz normales Leben

Tim ist 15 Jahre alt und lebt in Kopenhagen, das von Deutschen besetzt ist. Es herrscht Krieg, um genau zu sein der Zweite Weltkrieg. Das Leben ist natürlich nicht einfach, aber so richtig interessiert sich Tim nicht für den Krieg, schließlich ist er noch ein Teenager und gerade mitten in der Pubertät. Deswegen liegt sein größtes Interesse momentan auch nicht auf dem Weltgeschehen, sondern auf einer Freundin seiner älteren Schwester. Diese hat aber kein Interesse an Tim. So verliert sich Tim immer wieder in seiner eigenen Fantasie und träumt davon, nicht nur die Freundin der Schwester zu erobern, sondern auch ein großer Held des Widerstandes zu sein. Was natürlich dem Mädchen seiner Träume in seiner Fantasie schwer beeindruckt!

Krieg ohne Kriegsszenen

Dieser dänische Film aus dem Jahre 1966 ist dem Regisseur Palle Kjærulff-Schmidt wirklich bemerkenswert gut gelungen! Er hat hier einen Film gedreht, der inmitten des Zweiten Weltkrieges spielt, hat dabei aber auf Kampfszenen gänzlich verzichten. Abgesehen von der einen oder anderen Szene in Tim’s Träumen, aber im realen Geschehen finden keine Gefechte statt. Trotzdem hat Palle Kjærulff-Schmidt es geschafft zu vermitteln, dass sich Tim und seine Familie mitten im Krieg befinden. Hierbei geht es aber nicht um Tod, Blut und Waffengefechte. Hier geht es vielmehr um die psychischen Auswirkungen, die der Krieg auf die normalen Bürger hatte und wie sehr der Umstand des Krieges die Bürger in ihrem Leben eingeschränkt hat.

Und Kjærulff-Schmidt hat dazu noch geschafft zu zeigen, dass auch zur damaligen Zeit ein Teenager eben ein Teenager war und sich an Gefühlen von damals bis heute während der Pubertät natürlich nichts geändert hat. Die erste (unerwiderte) Liebe, der Wusch nach mehr Freiraum und die Findung nach sich selbst – diese Themen spielen in „Es war einmal ein Krieg“ die wichtigsten Rollen. Aber nicht nur der Regisseur hat hervorragende Arbeit geleistet, auch die Schauspieler spielen authentisch und man nimmt ihnen die Rolle sofort ab.

Das Bild ist natürlich nicht das beste, auch wenn es überarbeitet worden ist. Dies ist aber mehr als verständlich, denn schließlich hat der Film schon einige Jahre auf dem Buckel. Wer aber mit alten Filmen etwas anfangen kann und bei einem Film über den Zweiten Weltkrieg nicht unbedingt Schüsse und Tote braucht, sondern auch ein gutes Drama zu schätzen weiß, der sollte an dieser Stelle wirklich zugreifen und „Es war einmal ein Krieg“ in seine DVD-Sammlung aufnehmen.