„Die Tochter des Spartacus“ ist ein Film, der über die Tochter der berühmten Arenalegende handelt. Das könnte man immerhin denken. In Wirklichkeit spielt der Film im England der Zeit Neros und hat mit Spartacus ungefähr so viel zu tun, wie Jean Claude van Damme mit romantischen Liebeskomödien. Im Englischen heißt der Film „Warrior Queen“, also Kriegerkönigin. Das macht dann auch in Anbetracht der Filmhandlung wieder Sinn, da es in dieser um die Königin eines englischen Stammes geht, die eine Rebellion gegen das Römische Reich einfädelt, nachdem Nero beschlossen hat, dass der Stamm jetzt zu Rom gehört.

Römische Kriegskunst mal anders

Nachdem alle Spartacusbegeisterten jetzt enttäuscht das Interesse an diesem Film verloren haben sollten, geht es mit den restlichen Filmfans unter euch weiter: „Die Tochter des Spartacus“ ist einfach kein guter Film. Spätestens nach der zweiten siegreichen Schlacht gegen die Römer ohne Verluste in den eigenen Reihen sollte die letzte Restspannung des Filmes verflogen sein.

Insgesamt hat man sich hier nicht viel Mühe gegeben, die römische Übermacht ernsthaft darzustellen. Der Kaiser stottert, Nero ist größenwahnsinnig und seine Mutter hatte anscheinend einen Fetisch für Inzest. Ab und an werden römische Soldaten dann auch mal von Kindern überfallen. Bis auf einen Protagonisten, der erst in der zweiten Hälfte des Films eingeführt wird, gibt es keinen einzigen Römer, den man ernst nehmen könnte.

Äxte, Schwerter und ein bisschen Magie

Auch die Story ist alles andere als packend – Die Römer finden, der Stamm sollte Rom gehorchen, der Stamm findet das nicht. Dann gibt es Krieg zwischen komplett verängstigten Römern und hochmotivierten Briten. Um der Handlung die letzte Glaubwürdigkeit zu nehmen, hat der Stammesschamane natürlich noch ein oder zwei Zaubertricks auf Lager. Zwar kann der einfach Schwerter aus Wasser herrausbeschwören und Leute verschwinden lassen, aber anstatt diese durchaus nützlichen Fähigkeiten im Kampf einzusetzen, steht er lediglich da und beobachtet.

Aber nicht alles an „Die Tochter des Spartacus“ ist schlecht – Die Schauspieler sind in Ordnung. Niemand von ihnen vollbringt irgendwelche Meisterleistungen, das ist wegen den flachen Charakteren aber auch kaum möglich. Auch die deutsche Synchronisation ist annehmbar, nur die Stimme der Kriegerkönigin ist manchmal ein wenig zu enthusiastisch für ihre Körpersprache. Das lässt dann alles ein wenig übertrieben wirken, macht aber nichts vom Film kaputt, was nicht schon kaputt wäre.

Der Film ist in typischer DVD-Qualität, Bild und Ton können sich also sehen lassen. Gegenteiliges gilt hier für das Zusatzmaterial auf der DVD. Außer ein paar Trailer für ebenso billige Filme, lässt sich hier nichts finden. Jeder, der sich trotzdem dafür entscheidet, den Film zu kaufen, ist hiermit angehalten, sich zumindest den Trailer für „Die Rückkehr der Killertomaten“ anzuschauen, das definitive Highlight der DVD.