Die “Armageddon 2012 Box” erscheint am 9. August 2012. Also noch Zeit genug, um (zumindest ausgehend von Maya-Vorhersagen) die vier Filme auf den beiden DVDs genießen zu können. Ob es sich dabei auch im wahrsten Sinne des Wortes um “Genuß” handelt, können wir euch verraten, denn wir haben uns die vier Entzeit-Filme angesehen und wollen euch gerne berichten.

20 Years after

Die letzten überlebenden Menschen hausen tatsächlich wie Ratten in irgendwelchen verlassenen Bunkern. Die Natur ist verstrahlt, an der Erdoberfläche herrscht der Tod. Wie immer gibt es dennoch Leute, die versuchen davon zu profitieren. Die sogenannten “Warlords” herrschen über das Land und verbreiten Chaos und Anarchie. Eigentlich ist die Menschheit dem Untergang geweiht, denn insbesondere um den Nachwuchs ist schlecht bestellt. Doch mit der hochschwangeren Sarah könnte ein Neuanfang beginnen – doch die Warlords wollen das Kind stehlen, um jeden Preis.

Es beginnt eine gnadenlose Jagd, die Sarah und ihre Freunde aus dem Bunker in eine unwirtliche Höhle führt. Einzig ein Signal aus dem Radio gibt der jungen Blondine die Hoffnung, ihr Kind außerhalb dieser Umgebung auf die Welt bringen zu können – auch wenn außerhalb des “Korridors” kein Leben möglich scheint. In einem Jeep machen sich die Freunde auf den Weg auf die Suche nach ihrer Zukunft, einem neuen Leben und neuer Hoffnung.

Technisch ist “20 Years after” gar nicht schlecht gemacht, die Kamera- und Regiearbeit ist ordentlich und auch die Schauspieler machen ihre Sache ganz gut. Leider fehlt es der Story hier und da an Tiefgang und auch die Dialoge kommen gelegentlich recht schleppend daher. Auch die Endzeitstimmung kommt mangels umfangreicher Special Effects nicht so rüber, wie man es von ähnlichen Produktionen vielleicht gewöhnt ist. Es fehlt an Totalen, an der Darstellung der kompletten Zerstörung, nicht nur bildlich sondern auch atmosphärisch.

Super Tanker 2012

An der Nordküste von Alaska wird eines der größten Geheimnisse des Kalten Krieges in einer geheimen Einrichtung gelagert: Eine Substanz, die aus einem Meteor stammt und pure Anti-Materie ist. Der Stoff hat den Codenamen ICE-10 erhalten und ist eine Weltvernichtungswaffe, denn einmal freigelassen, ist die globale Zerstörung unaufhaltsam. Eine kleine Probe davon wird per Flugzeug transportiert. Als dieses abstürzt und eine ganze Stadt vernichtet wird, beschließt man, dass ICE-10 zerstört werden muss. Der Plan sieht vor, das Material an Bord eines Supertankers zum Marianas-Graben, der tiefsten Stelle auf Erden, zu bringen, das Schiff mit Beton zu füllen und zu versenken. Doch ein Erdbeben und eine gigantische Welle bringen den Tanker zum Kentern nun liegt es an einer unerschrockenen Spezialeinheit, die Welt vor der totalen Zerstörung zu bewahren!

Der Streifen von Regisseur Jeffery Scott Lando ist ein recht typischer B-Movie im 2012er-Gewand. Wer sich also prinzipiell für Weltuntergangsszenarien interessiert und auch sonst ein Herz für B-Movies hat, der darf einen Blick riskieren. Alle anderen werden sich an der mässigen schauspielerischen Leistung, den eher mässigen Effekten und der mauen Geschichte stören.

Cold Fusion 2012

Wir schreiben das Jahr 1982. Irgendwo in der russischen Pampa holen zwei Abfangjäger ein Ufo vom Himmel, das krachend auf der roten Erde landet. Jahrzehnte später lösen Terroristen in den USA einen elektromagnetischen Impuls aus, der über 250 Menschen das Leben kostet. Und während die US-Spezialeinheiten die Ermittlungen aufnehmen, ahnen die Russen bereits Böses…

Es ist die Aufgabe von General Robert Unger (Adrian Paul) Licht ins Dunkel zu bringen und die Hintergründe der Bluttat zu erforschen. Und er schickt seine “schärfste Waffen”. Denn mit einer amerikanichen Elitesoldatin (Sarah Brown) und ihrer Kontaktperson jenseits der russischen Grenzen (Michelle Lee) ist ein Team im Einsatz, das mit allen Wassern gewaschen ist. Ihr Plan: Mit einem sexy Stripteasetanz einen ukrainischen Chefmilitär um den Finger wickeln, ihm eine zentrale Zugangs-Codekarte entwenden und sich dann bis ins Herz der Terror-Organisation vorkämpfen.

Besonders den beiden Damen muss man in diesem Zusammenhang ein Kompliment aussprechen, denn auch wenn die Story wirklich haarsträubend ist, so gelingt es den beiden dennoch gute Action mit einem Augenzwinkern zu verkaufen. Die Action ist auch wahrlich sehr sexy, die Fighting-Szenen sind knackig und dank Adrian Paul ist auch etwas Hollywood-Prominenz mit an Bord. Okay, die Geschichte ist schon ziemlich hahnebüchen und die Gesamt-Qualität im B-Movie-Bereich angesiedelt – und dennoch macht der Film Laune.

Lightning Strikes

Irgendwo glaubte ich schonmal gehört zu haben, dass man bei einem Unwetter mit Blitzen vor allem in Fahrzeugen sicher sei. Das sollte man jemand den beiden Reisenden in der Eröffnungssequenz von “Lightning Strikes” sagen, bevor der Blitz das Fahrzeug entlang der Längsachse in zwei Hälften teilt. Tatsächlich werden die Mutter und ihr Sohn zunächst von Blitzen regelrecht gejagt, dann wird das Auto gespalten, anschließend führt die Hetzjagd in den Wald. Hier wird der Sohnemann dann gegrillt, die Mutter wird später mehr tot als lebendig vom Sheriff (Kevin Sorbo) entdeckt.

Der Film widersetzt sich wie gesehen von der ersten Minute an jeder physikalischer Grundregel und macht Blitze zu mörderischen Jägern. Doch hinter dem Naturphänomen steckt mehr als nur ein Blitzschlag – doch die Bevölkerung von “Roscoe” muss das auf die harte Tour lernen. Der Film ist dabei mitunter wirklich unterhaltsam, wenn man nur nicht allzu sehr auf die Unglaubwürdigkeit bzgl. der Blitze eingeht. Sogar ein paar witzige Passagen sind eingebaut, bei denen man in der Tat mitlachen muss.

Qualitativ gibt es an der Produktion nur wenig auszusetzen. Dafür ist das Bild einfach zu gut und der Ton (Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)) einfach zufriedenstellend.