Als Hong Kong noch britischer Kononialstaat war, boomte in den 60ziger Jahren die Filmindustrie. Viele Eastern wurden in Hong Kong produziert und gedreht. In “Chen Sing Der Super Hammer” von 1973 und unter der Regie von Kim Lung, haben wir ein Musterbeispiel des damaligen Hong Kong Kinos.

Die Brüder die sich nicht mögen

Nach fünf Jahren Gefängnis hat Chen Sing (Chen Sing) seine Strafe abgesessen und ist nun wieder frei. Der Verwalter des alten Landhauses holt ihn an den Toren ab und begleitet Chen Sing. Ihr Ziel ist der Friedhof, denn Chen Sings Mutter ist verstorben. An ihrer letzten Ruhestätte legt Chen Sing Blumen nieder und zündet Räucherstäbchen an zum Gebet.

Als er fertig ist werden Spaten hervorgeholt und Chen Sing beginnt neben dem Grab seiner Mutter zu graben. Nach wenigen Spatenstichen wird er fündig und eine schwere Kiste wird aus dem Erdreich gezogen. Endlich kann Chen Sing den letzten Willen seiner Mutter erfüllen. Sie wollte dass dieses Gold dem städtischen Waisenhaus gespendet werden soll. Chens Bruder Fang Ming sollte nicht das ganze Vermögen der Familie erben, eher wünschte sich die Mutter dass ihr Sohn sich etwas eigenes aufbauen soll und nicht das Familienvermögen sinnlos verschleudern soll. So wies die Mutter Chen an das Gold zu verstecken und es dann zu spenden. Fang Ming (Lung Fei) belauschte damals ihr Gespräch und wusste das Chen das Gold hat. So tauchen plötzlich ein paar von Fang Mings Schergen am Friedhof auf um das Gold zu stehlen, was sich aber nicht als leicht heraus stellt. Chen Sing ist Kung Fu Meister und versohlt die Schergen seines Bruders problemlos. Trotzdem gelingt es ihnen das Gold zu rauben und zu fliehen. Chen hat genug und sucht seinen Bruder auf im Stadthaus der Familie. Fang Ming der sich zu einem kleinen Gangster gemausert hat handelt mit Rauschgift und Hehler- Ware auf der Straße. Als ihn Chen zu Rede stellen will winkt Fang Ming ab und denkt nicht einmal im Traum daran das Gold zu spenden. Verärgert zieht Chen ab, verspricht aber in wenigen Tagen zurückzukommen und das Gold zu holen, wenn es sein muss mit Gewalt. Gerade Chen ist für seinen Bruder ins Gefängnis gegangen, denn Fang Ming hatte einen Gast im Restaurant tot geschlagen und Chen hatte die Schuld dafür auf sich genommen!

Adoptiert und gejagt

Fang Ming, der schon immer eifersüchtig auf seinen Bruder war erzählt Chen, dass er gar nicht zur Familie gehört sondern ein adoptierter Bastard ist! Gekränkt und wütend rächt sich Chen an seinem Bruder und sabotiert seine Geschäfte. Zerstört das Schmugglerversteck seines Bruders, verprügelt die Männer von Fang Ming und es gelingt ihm auch an das Gold zu kommen. Fang Ming wiederum entführt Chens einzigen Freund, den Verwalter des Hauses und droht ihn umzubringen, wenn Chen nicht das Gold zurückgibt. Natürlich bringt Chen das Gold seinem Bruder, worauf er ihn gefangen nimmt. Der Hausverwalter und seine Tochter können aber Chen befreien und so verfolgt Chen seinen Bruder…

Der aufmerksame Leser wird gemerkt haben, dass hier gar nicht viel zu berichten ist. Das Hong Kong Kino aus den 60zigern und 70ziger Jahren ist nicht bekannt für viele komplexe Dialoge und eine tiefe Storyline. Traditionell werden Close Up Szenen verwendet, also Szenen wo die Kamera ganz nah an das Gesicht des Schauspielers heran zoomt und meistens eine markiger Spruch ala: “Du Hund“, “Du Schuft” oder “Das wirst du mir büßen!”… I

In “Chen Sing – Der Super Hammer” beträgt der Text ungefähr gefühlte drei DIN A4 Seiten, was vergleichsweise sehr wenig ist für einen Spielfilm mit 75 Minuten Länge. Die Story ist flach, die Dialoge noch flacher. Aber es handelt sich um einen Material Arts Film, also geht es vornehmlich um Kung Fu und um das Kämpfen. Aber auch hier ist der Film mehr schlecht als recht unterwegs, da die Kämpfe im Stil eines “Bud Spencers” Films inszeniert werden. Mit denselben Sounds wie in besagten “Bud Spencer” Filmen, verprügelt Chen Sing seine Gegner. Das gezeigte Kung Fu sieht eher plump aus und versprüht keine Action wie heutzutage ein Jet Li. Langsam und bedächtig sehen wir immer dieselben Abläufe: Block links, Faust rechts, Block rechts, Tritt links und so weiter und so weiter…

Die Qualität trotz DVD ist eher bescheiden was man vor allem beim Sound merkt. Liebhaber des Hong Kong Kinos und eventuelle Nostalgiker werden sich bestimmt wohl fühlen, der anspruchsvolle Eastern- Freund von heute wird aber mit diesem Ringelpietz mit Anfassen sicher nicht so viel Freude haben!