Hideos Leben ist nicht gerade spannend. Bis plötzlich die Zombie-Apokalypse ausbricht…..

Die neue Mangareihe „I Am A Hero“ von Kengo Hanazawa bei uns im Test!

Ein gewöhnlicher Typ, ein gewöhnliches Leben?!

Hideo Suzuki ist ein ziemlich durchschnittlicher Typ und auch sein Leben ist nicht mehr als langweilig – ziemlich langweilig. Als Mangazeichner-Assisent eines kleinen Mangateams, das sich eher auf das Zeichnen von sogenannten „Hentais“ (pornografische Mangas) konzentriert, verdient sich Hideo Suzuki seinen Unterhalt und versucht sich manchmal auch selbst an eigene Manga-Entwürfe ran – bisher ohne richtigen Erfolg. Jeden Tag ist es das selbe: Nach der anstrengenden Arbeit schleppt sich der unscheinbare 30jährige spätabends in seine bescheidene, kleine Wohnung.

Hideo scheint auf den ersten Blick also ein ganz gewöhnlicher Typ zu sein, dem es etwas an Bewusstsein und Motivation fehlt. Naja, auf den zweiten Blick wirkt er nicht ganz so normal: Hideo ist schizophren und gleichzeitig paranoid. Jedes mal wenn er nach Hause kommt, überprüft er zu aller erst seine komplette Wohnung nach irgendwelchen Auffälligkeiten, die ihn vielleicht beunruhigen könnten. Aber der erfolglose Japaner hat noch mehr Probleme: Halluzinationen. Immer wieder taucht – scheinbar aus dem Nichts – ein (Geister-)Junge auf, mit dem Hideo kommuniziert. Er scheint jedoch nur in seiner Fantasie zu existieren.

Wenn Hideo dann in Betts gehen will, schafft er es meistens nicht: Er hat Angst. Vor wen oder was erfährt man aber nicht – er ist wohl einfach paranoid. Nur mit einer Schrotflinte in der Hand übersteht er die Nacht, in der er meistens kein Auge zudrücken kann. Ist die Nacht überstanden scheint Hideo sich wieder stark zu fühlen: „Im A Hero“, redet er sich dann immer wieder ein.

Manchmal besucht Hideo nach der Arbeit auch seine Freundin „Tekko“. Sie ist ebenfalls Mangazeicherin und drängt ihn immer wieder dazu, mal wieder einen eigenen Manga zu zeichnen und diesen zu veröffentlichen. Doch da es Hideo an Bewusstsein fehlen bleibt er vorerst an seiner aktuellen Arbeit dran. Was ihm jedoch gar nicht an seiner Freundin schmeckt: Tekko schwärmt immer wieder von den Mangas ihres Ex-Freundes und das macht Hideo natürlich eifersühtig.

So weit, so gut: Alles scheint „normal“ zu sein und Hideo schreitet durch sein Leben wie gewohnt. Doch in letzter Zeit kommt es immer häufiger zu merkwürdigen Vorfällen: In den Nachrichten wird täglich von Menschen berichtet, die von anderen attackiert und gebissen wurden. Und dann erfährt es Hideo am eigenen Leib: Auf dem Weg nach Hause wird er Zeuge eines merkwürdigen Unfalls…

Gute Story, toller Zeichenstil

„I Am A Hero“ ist ein ungewöhnlicher Manga: Der Anfang wirkt unscheinbar, denn es passiert nichts spannendes und zunächst gleicht die Story eher einer Beschreibung aus dem Alltagsleben eines gewöhnlichen, etwas merkwürdigen Typen. Doch ab der Mitte der Geschichte ändert sich die Situation schnell und der Manga wirkt plötzlich wie ein Psychothriller, der letztendlich in die Zombie-Apoklypse führt. Doch diese Sache mit den Zombies passiert sehr unterschwellig und bleibt dezent im Hintergrund: Mal wird in den Nachrichten von skurrilen Ereignissen berichtet, ein anderes Mal benimmt sich beispielsweise ein Kollege von Hideo etwas komisch.

Die Zeichnungen von Hanazawa sind indes sehr detailliert und verfolgen einen realistischen Stil. Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet und die Emotionen der Figuren werden hervorragend dargestellt. Auch die Hintergründe wurden in dieses Manga nicht vernachlässigt: Hideos Wohnung strotzt nur so vor Details und auch die Umwelt wurde nicht einfach hingeschmiert, wie es in vielen anderen Mangas der Fall ist, sondern wurde mit bemühter Genauigkeit entworfen. Kurz: Hanazawas Zeichenstil ist einfach super!

Ein Manko gibt es allerdings dann doch: Die Story braucht insgesamt etwas zu lange, um in Fahr zu kommen. Es ist zu Beginn recht interessant in das langweilige, absurde Leben des verschrobenen Hideo Suzukis zu tauchen. Doch nach einiger Zeit verliert die Geschichte etwas an Spannung und man wünscht sich sehnlichst eine Storyentwicklung, die sich dann auch gegen Ende des ersten Mangas der Serie ereignet und einen fiesen Cliffhanger bereit hält.