Das neue Star Trek Universum von J.J. Abrahms ist bei vielen Fans gut angekommen. Es widerlegt zwar vieles Altes, hat aber als eigenständiges Universum sehr gut funktioniert. Nun hat es auch seinen ersten deutschsprachigen Roman – geschrieben von Rick Barba – bekommen. „Starfleet Academy“ handelt über Kirk und seine Gefährten in ihrer Zeit an der Akademie. Alle bekannten Charaktere -  mit ihren Eigenschaften und Marotten – sind natürlich vertreten wie zum Beispiel Spock, Pille und Uhura.

Es geht im ersten Band um einen Serienmörder an der Akademie, der von allen nur der „Doktor“ genannt wird. Er war vor 20 Jahren verschwunden und ist nun wieder zurück und verbreitet Angst und Unbehagen. Einige Todesfälle, die auf sein Konto gehen, schrecken unsere Helden auf, die sich natürlich sofort daran machen, dem Schurken das Handwerk zu legen und wieder Ruhe in die Akademie zu bringen. Dabei entwickelt sich ein Wettlauf gegen die Zeit, wann der Killer wieder zuschlägt.

Die Handlung setzt im Jahr 2255 an und wird ziemlich flott erzählt. Es richtet sich grundsätzlich an ein junges Publikum, was besonders durch den Schreibstil auffällt: kurze, schnell zu lesende Zeilen. Der eigentliche Roman ist nicht besonders tiefgründig und eher leicht gehalten und kann gut im Bus oder im Zug gelesen werden. Leider ist das Buch nicht besonders umfangreich – wir haben es an einem Nachmittag durchgelesen – von einem Roman hätten wir schon mehr erwartet.

Der erste Band ist grundsätzlich gut gelungen, aber das Ende fällt deutlich ab. Zu schnell kommt der Roman zum Schluss, ein wenig mehr Feinschliff hätte dort gut getan. Auch ist es kein „klassischer“ Star Trek Roman mehr, sondern wirkt eher wie eine Highschool-Krimi Geschichte im neuen Star Trek Universum. Sicherlich soll dieser Ansatz nicht nur die eingefleischten Fans zum Lesen bewegen, sondern auch die Masse. Es ist eindeutig der Versuch neue Käuferschichten zu begeistern und gewinnen. Als reiner Star Trek-Roman ist aber zu viel Potential verloren gegangen. Anders als in früheren Romanen, wo moderne Technologien eine wichtigere Rolle gespielt haben. Zu viele Themen werden nur kurz angesprochen aber nie vertieft. Als Sci-Fi-Unterhaltungsroman für zwischendurch funktioniert er aber schon ganz gut. Ob die inhaltliche Neuorientierung ein Erfolg wird, wird sich im Verlauf der Romanserie herausstellen müssen.