Sophie Kinsella ist insbesondere durch ihre Shopaholic-Reihe bekannt geworden und erfreut sich einer großen Fangemeinde. Weiß auch “Reizende Gäste” zu begeistern? Dazu gleich mehr.

Reizende Gäste

Fleur Daxeny ist schön, skrupellos und verfügt über eine ansehnliche Sammlung schwarzer Designer-Outfits. Mit Hilfe von Todesanzeigen in der Times sucht sie nach Beerdigungsfeiern mit Teilnehmern aus besseren Kreisen, um dort nach reichen, einsamen Männern Ausschau zu halten. Mit ihrem unwiderstehlichen Charme erschleicht sich Fleur Zugang zu deren Herz und Kreditkarten. Hat sie genug, sucht sie sich ein neues Opfer. Als Richard Favour, ein scheinbar langweiliger, aber erfolgreicher Geschäftsmann, die hinreißende Fleur bei der Beerdigung seiner Frau kennenlernt, ist er wie vom Blitz getroffen. Und Fleur bezaubert nach und nach nicht nur ihn, sondern auch seine Familie. Eigentlich läuft alles nach Plan – nur die Trennung von Richard zögert Fleur immer wieder hinaus …

Zunächst muss gesagt werden, dass es sich bei “Reizende Gäste” keineswegs um ein neues Werk der Autorin handelt. Das Buch erschien bereits im Jahre 2000 in einer deutschen Übersetzung, es wurde damals unter dem richtigen Namen Kinsellas, Madeleine Wickham, veröffentlicht – möglich also, dass den ein oder anderem Leser die Geschichte bekannt vorkommt.

Die Geschichte ist wenig spannend und nicht annähernd so sympathisch geschrieben wie ihre späteren Werke. Die Story um eine Heiratsschwindlerin, die ihr Herz an eines ihrer vermeintlichen Opfer verliert, ist vorhersehbar und bietet weder den Tiefgang noch den Witz, den der Leser von anderen Büchern der Autorin gewohnt ist. Mit dem Charme einer Becky Bloomwood aus den Shopaholic-Büchern, die man schnell ins Herz schließt, kann die Protagonistin dieser Geschichte, Fleur Daxeny, nicht mithalten. Es fällt schwer, mit dieser recht unangenehmen Person warm zu werden.

“Reizende Gäste” gehört zu den frühen Arbeiten der Autorin und dies erklärt vielleicht, warum das Buch leider nicht überzeugen kann und wohl ihr schwächstes Werk ist. Vielleicht musste Kinsella – bzw. Wickham – erst noch ein wenig üben, um zu ihrer aktuellen und wesentlich besseren Schreibe zu finden. Wer ein Buch der Autorin lesen will, sollte sich lieber ihren neueren Romanen zuwenden.