Nick und Kee, die Nerd-Freunde, die uns mittlerweile schon über 2 Bücher begleitet haben, treten nun ihr vorerst letztes Abenteuer an. Constantin Gillies erzeugt in “Extraleben III Endboss” eine gewohnt retrolastige Stimmung, doch dieses Mal mit einem ernsten und sehr düsteren Unterton. In der Internetkultur schlugen die beiden Vorgänger, “Extraleben” und “Der Bug” ein wie ein virales Video.

Der letzte Gegenspieler

“Extraleben III Endboss” beginnt ungewohnt: Nick und Kee werden zu einer Absturzstelle gerufen, ihr Boss, der “Astronaut”, ist vom Himmel gefallen, mit an Bord war eine wichtige Datasette der Datacorp. Unsere beiden Protagonisten müssen das blutverschmierte Wrack nach dem kleinen Kassettchen durchsuchen. Nachdem das Band gefunden wurde, machen sich die beiden “Topagenten” daran, die Daten zu retten – zumindest versuchen sie es, denn kurz darauf wird Nick entführt und Kee steht von nun an allein da.

Verliebt in die Göttin

Wie schon in den anderen Büchern absehbar war, werden Kee’s Fantasien um Sabina, die Frau seines Dudes, immer detaillierter. Doch seine wahre große Liebe Andie kommt auch in diesem Abenteuer wieder zu kurz. Generell ist Kee sehr in seiner Fantasiewelt eingesperrt. Er merkt, dass er älter wird und bekommt das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, denn: Nick und Sabina haben mittlerweile ihr erstes Kind und auch ihr Eigenheim kann sich sehen lassen, er selbst hat immer noch nur das Dorint und die Göttin in der Ferne vorzuweisen.

Das Endspiel

Nach gut 300 Seiten beginnt Mr. Gillies damit, das Ende einer Ära einzuläuten. Wenn schließlich der wahre Bösewicht enthüllt wird, macht sich selbst beim Lesen ein Schock breit. Doch was dann auf den letzten Seiten für ein Ende dargeboten wird, ist doch etwas enttäuschend. Kee und Nick haben etwas mehr Prunk verdient, genauso wie die anderen Charaktere, die über die Bücher Auftritte hatten. Die meisten wurden nur mit einem Satz abgehandelt. Gerade die sehr interessanten Beziehungen von Kee fühlen sich an wie einfach vom Tisch gefegt. Das Abenteuer an sich ist auch etwas schauplatzarmer als sonst – es geht mal wieder nach Amerika, aber insgesamt nur zu einem Ziel dort und die Geschichte endet quasi schon an diesem Ort.

Retroman! Zur Rettung!

Was aber, wie immer, wunderbar funktioniert, sind die gedanklichen Ausflüge in die Technik der Vergangenheit. Die und die vielen, vielen Verschwörungstheorien von Nick sind wieder mal Geekwissen sondergleichen. Außerdem wurde wieder niedergeschrieben, dass das Leben als Nerd / Geek / Freaker & Hacker nicht immer das leichteste ist.