Mit seinem neuen Roman „Die Grenzgängerin“ wird Jacques Berndorf seinem Ruf als einem der besten deutschen Krimiautoren ein weiteres Mal mehr als gerecht. Der vierte Roman rund um die Fälle des BND-Agenten Karl Müller steht seinen Vorgängern an Spannung in nichts nach. Berndorf verleiht seinen Charakteren eine unglaubliche Authentizität und lässt geschickt seine eigene langjährige Erfahrung als Journalist und Kriegsberichterstatter in die verzwickte Handlung mit einfließen. Er weiß, wovon er spricht, und das merkt man auch seinem neuesten Werk deutlich an. Schließlich hatte Berndorf nicht umsonst die Gelegenheit, direkt beim Bundesnachrichtendienst für seine Krimis zu recherchieren – eine Chance, um die ihn die meisten seiner Kollegen wohl beneiden dürften.

Die Grenzgängerin

Der deutsche Topagent Karl Müller geht bei einem Auftrag in Tripolis verloren. Prompt will ihm der BND fristlos kündigen – gegen den Widerstand seines Chefs Krause, der daraufhin selbst den Dienst verlässt. Die Situation im BND ist heillos verfahren, da trifft die Nachricht ein, dass eine Frau in Albanien tausend Kilogramm Sprengstoff gekauft hat und damit auf dem Weg nach Deutschland ist. Wer ist sie? Was will sie? Und vor allem: Wer kann sie aufhalten?

Karl Müller wird nach Tripolis geschickt, um einen libyschen General »abzuschöpfen«, der mit dem deutschen Geheimdienst zusammenarbeitet. Doch plötzlich ist Müller spurlos verschwunden. Seine Kollegin und enge Freundin Svenja Takamoto reist ihm ohne offiziellen Auftrag hinterher. Beiden Agenten steht deswegen vonseiten der BND-Rechtsabteilung die fristlose Kündigung ins Haus. Das will ihr Chef Krause nicht hinnehmen, der bereits im offenen Kampf mit der Finanzabteilung steckt und nur noch von zu Hause arbeitet. Schnell stürzen die Konflikte die ganze Behörde ins Chaos. Dann kommt eine erschreckende Nachricht: Angeblich hat eine Frau in Albanien tausend Kilogramm C4-Sprengstoff gekauft – eine Ladung, mit der man mehrere sechsstöckige Häuser pulverisieren könnte. Und sie soll mit dem Stoff auf dem Weg nach Deutschland sein. Doch niemand weiß Genaueres, Müller und Svenja bleiben verschwunden, und die Gefahr wächst von Tag zu Tag …

Neben Berndorfs Insiderkenntnissen überzeugt auch seine sachliche Erzählweise, die ganz ohne unnötige Schnörkel auskommt. Der Autor konzentriert sich in seinen Darstellungen auf das Wesentliche, und seine Leser werden es ihm auch dieses Mal danken. „Die Grenzgängerin“ ist ein packender Agentenkrimi, der jedoch nicht auf Action angewiesen ist, um spannend zu sein. Berndorf, der mit seinen Eifel-Krimis zu einer festen Größe in der deutschen Krimilandschaft wurde, muss nicht auf übertriebene Effekte setzen, um seine Leser zu überzeugen – die Glaubwürdigkeit seiner Geschichten und Charaktere ist bereits mehr als überzeugend und garantiert ein unterhaltsames und spannendes Leseerlebnis